Michael Pearce: Seit zwei Jahren im freiwilligen Dienst für Deutschland

Michael Pearce, Honorargeneralkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Melbourne, bei einer offiziellen Veranstaltung der deutschen Community in MelbourneSeit genau zwei Jahren ist der Australier Michael Pearce Honorargeneralkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Melbourne. Der Anwalt vertritt hier ehrenamtlich - also unentgeltlich - die Interessen der Bundesregierung, seit diese 2012 mit dem Ende der Amtszeit der letzten Generalkonsulin Dr. Anne-Marie Schleich das Generalkonsulat in eine generalhonorarkonsularische Vertretung umwandelte.

Grund genug für Deutsche in Melbourne, Michael Pearce die Amtszeit Revue passieren zu lassen, zu seinen Highlights, nach seinem Eindruck von der deutschen Community in Melbourne und künftigen Projekten zu befragen. Michael Pearce im Interview mit Deutsche in Melbourne-Autorin Christine Pierk.

Ob bei der Einweihung einer neuen Fabrik eines deutschen Unternehmens in Melbourne, dem Jahresfest der deutschen Humboldt Gesellschaft odeMichael Pearce bei seiner Vereidigung gemeinsam mit der ehemaligen Generalkonsulin in Melbourne, Dr. Anne-Marie Schleichr dem Schülerfilmfest des Goethe-Instituts Australiens, Festen der deutschen katholischen oder evangelisch-lutherischen Gemeinden, der German Australian Business Conference der Australisch-Deutschen Handelskammer oder anderen Veranstaltungen der deutschen Community in Melbourne - Michael Pearce ist als Honorargeneralkonsul (im Foto bei seiner Amtseinführung 2012) der Bundesrepublik Deutschland und Vertreter der deutschen Bundesregierung fast immer zugegen.

Oft sind seine Besuche dabei nicht nur kurze Pflichtvisiten. Der Australier, der seit einem Schüleraustausch in den 70er Jahren fließend Deutsch spricht und seinen Kontakt zu Deutschland seither beibehalten hat, verweilt oft länger als er muss und nicht selten findet man ihn im Gespräch vertieft mit Deutschen in Melbourne, die ihn kennen oder damit er sie kennenlernt. Und das alles ehrenamtlich. Auch Christine Pierk sprach mit ihm.

Sie sind nun seit zwei Jahren Honorargeneralkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Melbourne. Welchen Eindruck haben Sie in dieser Zeit von der deutschen Community in Melbourne bekommen?
Sie ist lebhaft und vielfältig. Es gibt deutsche Kirchen, deutsche Schulen, deutsche Clubs, deutsche Lokale, deutsche Seniorenheime, deutsche Stammtische, ein deutsches Filmfest, deutsche Oper, deutsche Musik, deutsche Wohlfahrt, das Goethe-Institut und, und, und. Ich merke aber zwei Gruppen, die aus den zwei großen Einwanderungswellen stammen: diejenigen von den 1950er und 60er Jahren und diejenigen, die später, seit den 1990er Jahren, gekommen sind. Ein Ziel für mich als Honorargeneralkonsul ist, zu versuchen, diese beiden Gruppen näher zueinander zu bringen.

Was hat Sie damals bewogen, diesen Posten anzutreten?
Die Ehre und die Möglichkeit, das Verhältnis zwischen Australien und Deutschland zu stärken.

Welche Ereignisse und Begegnungen in den vergangenen zwei Jahren sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Meine beste Erinnerung ist wohl das Ereignis am 6. Dezember 2012, als ich eine Entscheidung der Australian Aborigines League von 1938 bekommen habe. Die Entscheidung hatte kurz nach der Kristallnacht die Verfolgung der Juden in Deutschland kritisiert und der damalige Vorsitzender der Michael Pearce - Generalhonorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Melbourne Australian Aborigines League, William Cooper, hatte vergeblich versucht, sie dem damaligen deutschen Konsul zu übergeben. Der Konsul lehnte ab, William Cooper zu empfangen. William Coopers Enkel, Alf (Uncle Boydie) Turner, hat mir 78 Jahre später die Entscheidung gegeben (im Foto Michael Pearce links mit Uncle Boydie).

Was genau sind Ihre Aufgaben?
Ich bin für die Arbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Konsulats zuständig und habe auch die Pflicht, verschiedene Unterlagen zu beweisen sowie zu unterschreiben. Ich vertrete die Bundesregierung hier in Victoria mit der Landesregierung Victorias. Außerdem interessiere ich mich auch für die Aktivitäten der vielen deutschen Organisationen in Victoria und bin oft Gast bei ihren Veranstaltungen.

Wie dürfen wir uns Ihre Arbeitswoche vorstellen?
Zur Zeit sehr hektisch, weil in meiner Anwaltspraxis auch viel los ist. Es hilft aber, dass das Konsulat jetzt in der Innenstadt nah an meinem Büro ist. Also kann ich fast jeden Tag vorbeikommen. Durchschnittlich verbringe ich etwa einen Tag in der Woche bei der Arbeit als Honorarkonsul.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Botschaft in Canberra und dem Generalkonsulat in Sydney aus?
Sie ist sehr gut. Wir bekommen viel Unterstützung von den Kollegen in Canberra und Sydney. Besonders im Kultur- und im Wissenschaftsbereich haben wir häufig Besuch aus Canberra.Will deutsch-australische Verbindung stärken: Der Australier Michael Pearce, der seit 2012 Generalhonorarkonsul in Melbourne für die Bundesrepublik Deutschland ist

Wie deutsch ist Ihrer Meinung nach Melbourne?
Deutscher als viele es denken. Und es wird auch immer mehr deutsch mit den neulichen Eröffnungen zum Beispiel des Hophauses und des Munich Brauhauses.

Warum braucht Melbourne einen Honorargeneralkonsul?
Weil die deutsche Gemeinde in Melbourne so groß und so lebhaft ist, dass die Bundesregierung hier vertreten sein muss.

Was haben Sie sich für Ihre nächsten Jahre als Honorargeneralkonsul vorgenommen?
Zusammen mit einigen Mitgliedern der deutschen Gemeinde hoffe ich Fortschritte in dem Projekt zu machen, ein „Deutsches Haus" in Melbourne aufzubauen. Das Deutsche Haus soll ein Mittelpunkt für die deutsche Gemeinde sein und soll auch ein modernes und aktuelles Bild von Deutschland hier in Australien zeigen. Ich denke, dieses Projekt kann auch dem Ziel dienen, die beiden großen Gruppen der deutschen Gemeinde zusammenzubringen.

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:
Deutschland ist ein Land, das mich aus dem Schlaf bringt.
Wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin, dann besuche ich die Gastfamilie in Meppen von meiner Zeit als Austauschschüler 1972/3.
Australien und Deutschland sind gute Freunde, die einander gut verstehen und viel gemeinsam haben.

Interview: Christine Pierk für Deutsche in Melbourne, Fotos: Courtesy of Michael Pearce, German Australian Opera Grant, Claudia Raab

Interview mit Michael Pearce, dem Honorargeneralkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Melbourne anlässlich seiner zweijährigen Amtszeit:

„Die deutsche Gemeinschaft in Melbourne ist lebhaft und vielfältig“

Mit seiner offenen, sympathischen Art hat er die deutsche Gemeinschaft in Melbourne seit seinem Amtsantritt im September 2012 für sich gewinnen können. Als Honorargeneralkonsul der Bundesrepublik Deutschland vertritt Michael Pearce bereits seit zwei Jahren die Bundesregierung in Melbourne. Im Interview mit Deutsche in Melbourne spricht der Rechtsanwalt über seine ehrenvolle Aufgabe als Honorargeneralkonsul, die Highlights seiner bisherigen Amtszeit und über künftige Projekte.

 

Sie sind nun seit zwei Jahren Honorargeneralkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Melbourne, welchen Eindruck haben Sie in dieser Zeit von der deutschen Community in Melbourne bekommen?

Sie ist lebhaft und vielfältig. Es gibt deutsche Kirchen, deutsche Schulen, deutsche Clubs, deutsche Lokale, deutsche Altersheime, deutsche Stammtische, ein deutsches Filmfest, deutsche Oper, deutsche Musik, deutsche Wohlfahrt, das Goethe Institut und, und, und. Ich merke aber zwei Gruppen, die aus den zwei großen Einwanderungswellen stammen: diejenigen von den 1950er und 60er Jahren und diejenigen, die später seit den 1990er Jahren gekommen sind. Ein Ziel für mich als Honorarkonsul ist, zu versuchen, diese beiden Gruppen näher zueinander zu bringen.

 

2. Welche Ereignisse und Begegnungen in den vergangenen zwei Jahren sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Meine beste Erinnerung ist wohl das Ereignis am 6. Dezember 2012, als ich eine Entscheidung der Australian Aborigines League von 1938 bekommen habe. Die Entscheidung hatte kurz nach der Kristallnacht die Verfolgung der Juden in Deutschland kritisiert und der damalige Vorsitzender der Australian Aborigines League, William Cooper, hatte vergeblich versucht, sie zum damaligen deutschen Konsul zu übergeben. Der Konsul lehnte ab, William Cooper zu empfangen. William Coopers Enkel, Alf (Uncle Boydie) Turner hat mir 78 Jahre später die Entscheidung gegeben.

 

3. Wie dürfen wir uns Ihre Arbeitswoche vorstellen?

Zur Zeit sehr hektisch, weil in meiner Anwaltspraxis auch viel los ist. Es hilft aber, dass das Konsulat jetzt in der Innenstadt nah an meinem Büro ist. Also kann ich fast jeden Tag da vorbeikommen. Durchschnittlich verbringe ich etwa einen Tag in der Woche bei der Arbeit als Honorarkonsul.

 

4. Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Botschaft in Canberra und dem Generalkonsulat in Sydney aus?

Sie ist sehr gut. Wir bekommen viel Unterstützung von den Kollegen in Canberra und Sydney. Besonders im Kultur- und im Wissenschaftsbereich haben wir häufig Besuch aus Canberra.

 

5. Warum braucht Melbourne einen Honorargeneralkonsul?

Weil die deutsche Gemeinde in Melbourne so groß und so lebhaft ist, dass die Bundesregierung hier vertreten sein muss.

 

6. Wie deutsch ist Ihrer Meinung nach Melbourne?

Mehr deutsch als viele es denken. Und es wird auch immer mehr deutsch mit den neulichen Eröffnungen zum Beispiel des Hophauses und des Munich Brauhauses.

7. Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

Deutschland ist ein Land, das  mich aus dem Schlaf bringt.

Wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin, dann besuche ich die Gastfamilie in Meppen von meiner Zeit als Austauschschüler in 1972/3.

Australien und Deutschland sind gute Freunde, die einander gut verstehen und viel gemeinsam haben.

 

8. Was hat Sie damals bewogen, diesen Posten anzutreten?

Die Ehre und die Möglichkeit, das Verhältnis zwischen Australien und Deutschland zu stärken.

 

9. Was genau sind Ihre Aufgaben?

Ich bin für die Arbeit der Mitarbeiter des Konsulats zuständig und habe auch die Pflicht, verschiedene Unterlagen zu beweisen sowie zu unterschreiben. Ich vertrete die Bundesregierung hier in Victoria mit der Landesregierung Victorias. Außerdem interessiere ich mich auch für die Aktivitäten der vielen deutschen Organisationen in Victoria und bin oft Gast bei ihren Veranstaltungen.


10. Was haben Sie sich für Ihre nächsten Jahre als Honorargeneralkonsul vorgenommen?

Zusammen mit einigen Mitgliedern der deutschen Gemeinde hoffe ich Fortschritte in dem Projekt zu machen, ein „Deutsches Haus“ in Melbourne aufzubauen. Das Deutsche Haus soll ein Mittelpunkt für die deutsche Gemeinde sein und soll auch ein modernes und aktuelles Bild von Deutschland hier in Australien zeigen. Ich denke, dieses Projekt kann auch dem Ziel dienen, die beiden großen Gruppen der deutschen Gemeinde zusammenzubringen.

 

Christine Pierk