Der Alemannia Soccer Club

Alemannia Richmond, MelbourneSpitzenklasse Fussball spielen! Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Der Alemannia Soccer Club - oder vielmehr die Richmond Eagles, so die offizielle und politisch korrekte Bezeichnung des Fussball Vereins - spielt seit zwei Jahren in der Victorian Premier League. Höher geht's nicht in Victoria.

Alemannia - klar, dass lässt auf deutsche Wurzeln schliessen. 1953 trafen sich deutsche Einwanderer in Maribynong in einem der sogenannten "migrant hostels" und gründeten ihren Fussballverein "Maribynong SC". Zwei Jahre später schloß man sich dem Deutschen Club Tivoli an und aus "Maribynong" wurde "Alemannia Richmond SC".

Eagles kicken in Schwarz Weiß

Schwarz weiß, das waren Alemannias Teamfarben vor über 50 Jahren, in Anlehnung an die Deutsche Nationalmannschaft. Und in diesen Farben kicken die Eagles ihren Ball auch heute noch übers Feld. Verändert hat sich allerdings die Mannschaftsliste. Las man 1962 nahezu auschließlich deutsche Namen, wie Günter Weiland, Bruno Fink, Rolf Erdman, Fritz Rauch oder Bodo Bormann, klingt es heute - wie sollte es in Australien anders sein - nach Multkulti.

Spieler Henry Fa'arodo kommt von den Solomon Islands, Teamkollege Xheyair Sulemanis Familie aus Albanien. Jesse J. Krnevics, der zur Zeit in Frankreich spielt, aus Kroatien und Nick Kalamokis aus Griechenland. Joez Di Iorio kann seine italiensiche Herkunft nicht verleugnen, Midfielder Grahem Hockless sowie Defender Steve Burton stammen aus England und Captain Stuart McCluskey aus Schottland.

Marco Kück - Vom HSV zu den Richmond Eagles

Ein Name auf der Liste jedoch ist deutschen Fußballfans aus Deutschland nur allzu gut bekannt: Marco Kück, Bremerhavener, der für den HSV auf Bundesligaebene gegen Bayern München samt Klinsmann kickte, spielt seit dieser Saison für die Eagles.

Starke Spieler, wie Marco Kück und seine Mannschaftskameraden, sowie gute Trainer verhalfen dem Verein schon zu Anfangszeiten zu gutem Ruf und raschem Aufstieg. 1957 nahm das "Under 20" Team am World Cup teil, schafft es ins Finale und schlug Malta 3:1, Polen 9:2 und Italien 2:1. "At that time Richmond was the outstanding German team in Australia, even beating Concordia Sydney and Victoria Adelaide", heisst es in der Vereinschronik.

Gute Zeiten - Schlechte Zeiten

Gute Zeiten und einem ersten Intermezzo in der Premiers League, wechselten sich mit schlechteren Zeiten ab. Sportliche Mißerfolge, interne Rangeleien, Trennungen, Wiedervereinigung - tägliches Brot bei so vielen Vereinen, blieb auch den Richmond Eagles nicht erspart.

Doch nach jedem Tief folgt ein Hoch, so auch bei den Adlern. 1987 beispielsweise schafften sie es, Dank der Initiative des derzeitigen und langjährigen Vorstandsvorsitzenden Helmut Kalitzki, den Traum vom eigenen Klubhaus mit Sitzplatz für 120 Personen samt riesigen Fussballgelände in Richmond zu verwirklichen.

Fußball verbindet - Richmond Eagles bestes Beispiel

Hier trainieren allein stolze 600 Kinder und rund 40 Jugendliche aus aller Herren Länder neben etlichen Erwachsenen natürlich. "Hier hört man alle Sprachen," lacht Helmut Kalitzki. Er war es übrigens auch, der Australiens junger Nationalspielerin Melissa Barbieri, die mit ihrer Mannschaft just gegen China einen weiteren Sieg mit nach Hause gebracht hat, zu den Eagles gebracht hat. Wie gesagt, bei den Richmond Eagles wird Top Fußball gespielt.

Namen wie Helmut Kalitzki, Eddy Zerbin, Manfred Kuhn sind  wie viele andere fest verschmolzen mit Klub und seinem Klubhaus, das für einige sicherlich auch ein kleines Stückchen deutsche Heimat in der jetztigen Heimat Australien ist.

Fussball verbindet eben wirklich - nicht nur Menschen sondern auch Kulturen. Die Richmond Eagles sind bestes Beispiel.