SAGSE sagt G´Day zu deutschen Schülern in Melbourne

Deutsch-australische Freundschaft: Dank SAGSE Stipendium in Melbourne Jan Duefelsiek mit Gastbruder Max PaezAn das andere Ende der Welt, genauer gesagt nach Victoria und Melbourne, hat es derzeit 15 deutsche Jugendliche verschlagen, die ein Stipendium der Schwesterorganisation der Society for Australian-German Student Exchange (SAGSE) gewonnen haben, damit sie drei Monate Land und Leute kennenlernen und interkulturelle Brücken schlagen können.

Kurz nach ihrer Ankunft lud die SAGSE die jungen "Australier auf Zeit" zu einem Empfang zu Invest Victoria im Melbourner CBD ein. Sie wurden begrüßt von Generalkonsulin Dr. Anne-Marie Schleich, Minister Tim Holding, zuständig in Victoria unter anderem für Finanzen und Tourismus, sowie dem Präsidenten von SAGSE Victoria, Egon Vetter. DiM-Redakteurin Claudia Raab und DiM-Praktikantin Jana Doebler waren dabei.

Melbourne liegt den Schülerinnen und Schülern zu Füßen

Die Aussicht aus dem 46. Stock des so genannten ANZ-Gebäudes in der Collins Street mitten im Melbourner CBD ist atemberaubend. Das nächtliche Melbourne, mit 3,37 Millionen Einwohnern nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens, präsentiert sich wortwörtlich im besten Licht. Von den großen Glasfenstern aus sieht man nicht nur das hell erleuchtete MCG-Stadion, in dem gerade ein Footy-Spiel stattfindet und das ehrwürdige Parlamentsgebäude, sondern vor allem ein einziges Lichtermeer, das sich bis zum Horizont ausbreitet. Mit großen Augen betrachten die deutschen Jugendlichen ihre neue Heimat, die ihnen zu Füßen liegt.

Die Weltmetropole Melbourne liefert Jan Düfelsiek (Foto rechts), der aus einem kleinen Dorf bei Bielefeld stammt, genau das Jan Düfelsiek: Mit SAGSE ein Deutscher in MelbourneKontrastprogramm, das er sich gewünscht hat: "Ich war 2007 schon einmal für drei Wochen in Arkansas in den USA. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich für einStipendium beworben habe. Ich wollte noch einmal aus meinem kleinen Dorf in die weite Welt hinaus, um neue Leute und noch eine neue Kultur kennenzulernen," lacht der blonde Teenager, der in Kürze seinen 17. Geburtstag in Australien feiern wird.

Freundlichkeit der Australier fasziniert

Menschen und eine neue Kultur kennenlernen, genau das kann er in den nächsten drei Monaten, dank einem Stipendium der Schwesterorganisation von SAGSE, die Gesellschaft für Deutsch-Australisch/Neuseeländischen Schüleraustausch, und Gastbruder Max Paez, ebenfalls 16 Jahre alt, mit dem Jan jetzt gemeinsam im Secondary College in Castelmaine, einer Stadt im Norden Melbournes, die Schulbank drückt. Obwohl die beiden sich erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal gesehen haben, war das erste Treffen nicht unbedingt ein "blind date". Beide hatten das Gefühl, sich schon lange zu kennen und zu verstehen. Jan: "Ich hab über Max' Facebook-Seite seine Freunde kennengelernt und Ideen bekommen, was er so macht und wie er lebt."

Max Paez, australischer Gastbruder von Jan DuefelsiekWie unglaublich freundlich die Australier sind, hat Jan allerdings erst hier in Victoria richtig mitbekommen. "Ich habe neulich beim Spaziergang mit den Hunden einen alten Mann getroffen, der sich mit mir unterhalten hat. In Deutschland wäre das nie passiert, da sind alle in ihrer privaten Blase. Hier gehen die Leute aufeinander zu," hat er begeistert festgestellt.

Auch in der Schule sei es einfacher, meint Jan. "Die sitzen oft im Kreis. Das Lernen es ist mehr ein Gespräch," hat er beobachtet, er aber sonst würden sich australische Jugendliche nicht sehr von deutschen unterscheiden.

Und was denkt Max (Foto links)? Merkt man Jan an, dass er Deutscher ist? "I guess he could be an Aussie just like anyone else," meint der junge Castlemainer, schaut Jan an und fügt dann allerdings lachend hinzu: "Except he is too tall."

 

SAGSE-Stipendium: "Opportunity of a life time in Melbourne, capital of fun"

In der Tat überragt Jan einige Gäste im Raum, die auf die Begrüßungsworte warten, die gesprochen werden von Dr. Anne-Marie Schleich, Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Tim Holding, Victorias Minister for Water, Finance, Tourism and Major Events, sowie Egon Vetter, dem langjährigen Präsidenten von SAGSE Victoria.10_Jana_SAGSE_6

Viel ist die Rede von einer "opportunity of a life time" für die jungen Schülerinnen und Schüler, die die einzigartige Gelegenheit haben, Australien nicht nur als Touristen, sondern als Familienmitglieder zu erleben. Und von Spaß: "There is no better place to be than Melbourne", stimmen Schleich und Vetter (beide im Foto rechts) und Holding überein und toppen das Urteil über Melbourne mit der Beobachtung: "Melbourne is the capital of fun". Das Publikum - darunter auch zahlreiche ehemalige australische Stipendiaten sowie SAGSE-Gastfamilien und Freunde - ist begeistert und lacht laut.

Spaß haben, aber das Lernen nicht vergessen

Auch einige ernstere Worte fallen: "You are the face of Germany," werden die Stipendiaten erinnert und daran, dass sie auch ein bisschen Neues lernen sollten, zumindest um die Eltern zu Hause in Deutschland zu beruhigen, so humorvoll Egon Vetter. Seine Organisation, die Fritz von Einem-Joosten 1967 ins Leben rief, um Freundschaften über Land- und Kontinentgrenzen zu fördern, hat bereits über 1.400 deutsche und australische Jugendliche von Kontinent zu Kontinent geschickt hat und wird in Victoria von Firmen wie DB Schenker, Bosch, Siemens, BASF, Mercedes und Henkell Brothers unterstützt.

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Vetters Einsatz sowie den von SAGSE generell würdigten sowohl die Generalkonsulin als auch Tim Holding (im Foto rechts), dessen Familie früher selbst deutsche Austauschstudenten aufgenommen hat. "Wir hoffen, dass Sie eine wunderbare Zeit haben," wünschte er den Teenagern in bestem Deutsch und gab ihnen gleich ein paar linguistische Hilfestellungen in puncto Aussie-Slang mit auf den Weg, denn: "English is a foreign language to us, too". "Ta", so erklärte Holding, ersetze im australischen Englisch das "Thank you" und "Fair Dinkum" das "really". Hitzefrei gäbe es im Gegensatz zu Deutschland in Australien nicht, warnte der Minister. Dafür tröstet Egon Vetter: "We have 15 degrees and call it winter, you have 15 degrees and call it summer!"

Großes Dankeschön an australische Gastfamilien

Gewürdigt von allen Rednern wurden auch die Gastmütter, -väter und -geschwister, die die Deutschen in ihrer Mitte aufnehmen und ihnen einen Blick in die australische Kultur gewähren. Jesintha Whitton aus Mitcham ist bereits zum wiederholten Male Gastmutter. Diesmal beherbergt sie Wiebke Holz aus Hamburg, deren Aufenthalt von der German-Australian Student Society, einer weiteren Partnerorganisation von SAGSE gesponsert wird, und die mit Jesinthas Tochter Larisa auf die renommierte MacRobertson Girls High School geht.

"It´s fantastic to have Wiebke. I love Melbourne and it´s wonderful to share it with her. It´s like sharing a cake," freut sich Deutsch-australische Familie dank SAGSE StipendiumJesintha, die ebenso wie Tochter Larisa beeindruckt ist, wie gut und rasch sich Wiebke eingelebt hat. "She is very independant and enthusiastic," meint die 16jährige Larisa, die seit drei Jahren Deutsch lernt und sich demnächst für ein SAGSE-Stipendium bewerben wird. Es gäbe nichts, für das sich Wiebke (im Foto zwischen Jesintha und Larisa) nicht interessieren würde, sagt sie beeindruckt. Im Gegenzug ist Wiebke fasziniert von der Freundlichkeit ihrer Gastfamilie und den bisherigen gemeinsamen Unternehmungen. "Ich bin erst vor kurzem angekommen, aber meine Familie hat mir bereits so viel gezeigt, als wäre ich ein Jahr hier," erzählt sie begeistert und freut sich auf die kommenden Wochen in der neuen Heimat.

Gesponsert war der Willlkommensempfang für die Stipendiaten vom Department of Education and Early Childhood.

Hier einige der glücklichen SAGSE-Stipendiaten:

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Leonie Schultess (16) aus Schwetzingen will in ihren drei Monaten in Australien vor allem ihr Englisch ausbessern, selbstbewusster werden und freut sich darauf, Land und Leute kennen zu lernen. Das Auswahlverfahren von SAGSE, dem sich die Schülerin unterziehen musste, fand Leonie mittelschwer, aber: „Man musste schon etwas dafür tun!"

Mit der Gastfamilie versteht sie sich sehr gut, obwohl es nicht die Familie ihrer ehemaligen australischen Gastschwester ist, die Leonie vor einem halben Jahr in Deutschland besuchte. Leonie gefällt Australien bereits so gut, dass sie darüber nachdenkt, später wieder zu kommen.

 

Miriam Ortmüller (17) aus Lübeck10_Jana_SAGSEMiriam_3 freut sich darauf, viele neue Leute kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen. Sie möchte mit einem erweiterten Horizont zurück nach Deutschland kommen.

Auf das Auswahlverfahren für das Stipendium musste sich die Schülerin etwas vorbereiten. Es wurden Fragen zur deutschen Geschichte bis 1945, zum aktuellen Weltgeschehen und zu Australien gestellt. Miriam fand den Test okay. Ihre Gastfamilie sei sehr nett. Dass es eine andere Familie mit neuer Gastschwester ist, sieht Miriam als Vorteil: „Man kam hier an und kannte automatisch schon zwei Familien!"

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Clara Imort (17) aus Unna ist begeistert von Australien. Vor allem die Chance, unabhängiger zu werden, reizte die Schülerin, sich bei SAGSE zu bewerben. Antworten auf die Fragen „Wer bin ich und wo will ich mal hin?" sollen nach den drei Monaten für Clara klarer werden. Außerdem freut sie sich auf neue Freundschaften und Kontakte. Auch Clara musste sich auf das Bewerbungsverfahren gut vorbereiten. Es gab einen schriftlichen Teil sowie ein Interview. Durch die neue Gastfamilie bekam Clara die Chance, noch mehr Australier kennen zu lernen, was sie super findet.

 

Marie Weinhold (15) aus Potsdam10_Jana_SAGSEMarie_4 schwärmt von dem „totalen Andersartigen, den anderen Sitten und Bräuchen" in Australien. Sie will ihr Englisch verbessern und freut sich auf Freundschaften auf der ganzen Welt. „Ist doch super, wenn man weiß, jemand auf der anderen Seite der Erde an dich denkt!"

Das SAGSE-Auswahlverfahren sei zwar eine Herausforderung, allerdings interessiere man sich als Bewerber ja für Australien. Marie: „Da fiel mir das Lernen gar nicht mehr so schwer, und die Vorfreude wuchs!" Mit der Gastfamilie versteht sich Marie gut. Die Möglichkeit, ihre frühere Gastschwester treffen zu können, findet Marie klasse. Alle Bewerber für das Stipendium kannten sich lediglich durch Vorbereitungstreffen. Aus den östlichen Bundesländern ist außer Marie in diesem Jahr niemand dabei: "Ich bin ein einzelner Punkt im Osten gewesen und noch dazu fast die Jüngste!" Aber das konnte ihrer Vorfreude nichts anhaben.

Louisa HaramLouisa Harms (15) aus Ilshofen möchte offener und selbstbewusster werden. Darum entschied sich die Schülerin für eine Teilnahme am SAGSE-Programm. Den Aufnahmetest fand die Schülerin „ganz OK" Sie war die Einzige aus ihrem Freundeskreis, die es versuchte - und am Ende glücklich die Zusage in den Händen hielt.

Am Anfang war Louisa etwas enttäuscht, da ihre sehr nette Gastfamilie abgelegen im australischen Bush lebt, ihre ehemalige Gastschwester jedoch mitten in Melbourne. Doch nun sieht sie das Positive : „Jetzt lerne ich das richtige Australien kennen, lebe neben Kängurus! Und mit meiner ehemaligen Gastschwester kann ich trotzdem Melbourne erkunden."Deutsche Stipendiaten zu Besuch in Victoria mit Minister Tim Holding, Generalkonsulin Dr. Anne-Marie Schleich und SAGSE Victoria Präsident Egon Vetter

 

 

Weitere Informationen zur Society for Australian-German Student Exchange (SAGSE)