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Haben Sie das Detail der Fassade erkannt? Die Lösung für den zweiten Teil im DiM-Architektur-Quiz lautet: Federation Square. Noch ist die Chance zu gewinnen nicht vorbei - gleich weiterrätseln mit dem dritten Teil, den wir heute starten!
Doch zurück zum Federation Square: Mit der spektakulären Architektur und seiner zentralen Lage hat Melbourne endlich einen inspirierenden Stadtplatz erhalten, der mit der Architektur Sydneys mithalten kann. Wohin sich noch vor ein paar Jahren kein Melbourner gewagt hätte, pilgern begeistert Tausende zu Konzerten und Ausstellungen oder für einen Drink am Abend. Lesen Sie, was sich das Architektenteam beim Design des Platzes gedacht hat und den Platz ausmacht.
Vom gefährlichen Pflaster zum prunktvollen Treffpunkt
Aufgeregt und skeptisch waren die Melbourner, als am 26. Oktober 2002 der Federation Square eröffnet wurde. Sechs Jahre zuvor hatte das Londoner Büro "Lab architecture studio" den internationalen Architekturwettbewerb in Kooperation mit dem Melbourner Büro "Bates Smart" gewonnen, den die Stadt Melbourne ausgeschrieben hatte, um den Platz neben der Flinders Street zu gestalten.
Zielvorgabe war es, einen Platz für Bewohner und Touristen zu schaffen, mit dessen Architektur Melbourne endlich aus dem Schatten Sydneys treten konnte. Im Herzen der Stadt sollte ein neues kulturelles Zentrum entstehen. Doch die Melbourner gewöhnten sich nur langsam an die neue Sehenswürdigkeit, zumal die Stelle jahrelang als Drogen-Umschlagsplatz gegolten hatte. Dennoch: Der Platz verwandelte sich von einem gefährlichen Pflaster in einen beliebten Treffpunkt. Heute können sich die Melbourner ihre Stadt nicht mehr ohne den Federation Square vorstellen - und ob ihnen der neue Platz mit den ungewöhnlichen Fassaden gefällt oder nicht, unter Fachkreisen wird die Architektur weltweit anerkannt.
Das Alte und das Neue nebeneinander
Das Deck des Federation Squares wird von über 3.000 Tonnen Stahlträgern und 1.4 Kilometern Beton gebildet. Über 4000 vibrationsabweisenden Federwindungen und Gumminoppen sind von Nöten, da sehr sensible Institutionen wie Theater, Galerien, Radio- und Fernsehstudios am Federation Square angesiedelt sind und eine absolute Isolation von Vibration und Geräuschen gewährleistet werden muss.
Kernpunkt für alle Festivals und Veranstaltungen ist der leicht hügelige Hauptplatz, der mit Sandstein aus Westaustralien gepflastert ist und 15.000 Menschen Platz bietet. Seine ansteigende Typographie bietet spektakuläre Ausblicke über die Innenstadt, Southbank und den Yarra-Fluss. Wenn man in Stadtrichtung auf die St. Paul's Kirche schaut, erhascht man ein für Melbourne so typisches Bild, in dem Alt und Neu harmonisch nebeneinander stehen.
Konzerte und Vorträge im Spinnennetz
Ein aus Glas, Stahl und Zink gebautes Atrium verbindet den Hauptplatz mit dem Yarra-Fluss und wird vom "Ian Potter Centre: NGV Australia" sowie Cafés und Läden umrahmt. Auch diese Architektur ist angelehnt an typische Merkmale Melbournes: Die Architekten ließen sich von Melbournes traditionellen Gassen und Arkaden inspirieren. In der so genannten "BMW Edge" finden Konzerte, Theater- und Kabarettaufführungen, Vorträge, Präsentationen und Produkteinführungen statt. Der einzigartige Aufführungsort, der an ein Spinnennetz erinnert, liegt an der Fluss-Seite des Atriums. Direkt neben dem BMW Edge liegt das "Ian Potter Centre: NGV Australia" und damit das erste wichtige Kunstmuseum der Welt, das sich ausschließlich australischer Kunst widmet.
Einen Besuch wert ist auch das Australian Centre for the Moving Image (acmi). Es ist mit einer interaktiven Dauerausstellung dem bewegten Bild in allen seinen Formen gewidmet. Besucher können eine Reise von den frühen Kinofilmen bis hin zu den neuesten Digitalmedien unternehmen. Zur Zeit wird eine umfangreiche Ausstellung zum Regisseur Tim Burton gezeigt. Auch ein australisches Rennsportmuseum liegt am Federation Square, und erster Anlaufpunkt für Touristen ist das Melbourne Visitor Centre. Neben diesen Attraktionen bietet der Federation Square eine Vielzahl an Restaurants, Cafés, Bars und Veranstaltungszentren, in denen jedes Jahr bis zu 2.000 Veranstaltungen stattfinden.
Australische Föderation als Leitidee
Das Entwurfs-Konzept sah vor, den Platz in Erinnerung an die Jahrhundertfeier der australischen Föderation von 1901 zu gestalten. Die Architekten des Wettbewerbssiegers Lab architecture bezeichneten ihren Entwurf als "Differenz und Kohärenz". Durch diese Geste soll der wahre Geist der Föderation reflektiert werden, in dem sich unabhängige Einzelne zu einem größeren Ganzen zusammenschließen.
Nicht nur die spektakuläre Architektur, sondern auch die vielfältigen, oft kostenlosen Veranstaltungen sind es unbedingt wert, den Federation Square genauer zu erkunden. Deutsche in Melbourne wünscht viel Spaß! |