| Lieblingsbilder in Melbourne: Landschaft in zarten Farben – Louis Eysen |
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| Geschrieben von: Lea Borgmann |
| Donnerstag, den 12. August 2010 um 00:00 Uhr |
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Gerade erst im Melbourner Winter angekommen, hat Lea ein Bild ausgewählt, das in Thema und Farbgebung hervorragend mit dem nass-kalten Wetter im südlichen Australien harmoniert. Schneebedeckte Berge und eine neblige Kulisse zeigen das Ulten-Tal in Tirol bei Sonnenaufgang. Helle Farben erinnern an die HeimatLouis Eysen lebte von 1843 bis 1899 und kann mit seinen Werken dem symbolischen Realismus zugeordnet werden. Eysens Stil lässt sich nur schwer in die Kategorien der Malerei einordnen, da er bei vielen Künstlern gelernt und doch seine eigene Art des Malens von Natur entwickelt hat. Die Hamburgerin hat ein Bild ausgewählt, das das Ulten-Tal mit schneebedeckten Berggipfeln im Hintergrund und grüner Vegetation davor zeigt. Es wurde 1889 in Tirol gemalt. Die Szenerie wird von Nebelschwaden umhüllt, die dem Gemälde einen zarten, unnahbaren Charakter verleihen. Neu-Melbournerin Lea Borgmann findet gerade diese Eigenart der Darstellung von Landschaften sehr attraktiv und hat sich im fernen Melbourne in die so vertraut wirkenden nebligen Berge verguckt. Louis Eysen – zu Lebzeiten verkannt, nach dem Tod gewürdigt
Er wollte nur die Natur selbst als Lehrmeisterin anerkennen und wandte sich vehement gegen die vorherrschende Auffassung, wonach es die Aufgabe des Künstlers sei, der Landschaft eine poetische Stimmung aufzuprägen oder bestimmte Gedankeninhalte zu transportieren. So kam es, dass Eysen im Frankfurter Kunstverein eine Außenseiterrolle spielte und seine Arbeiten eher ablehnend beurteilt wurden. Berglandschaften aus Tirol
Zwanzig Jahr bevor der „Blick in das Ulten-Tal“ entstand, zog Louis Eysen mit seiner Familie aus gesundheitlichen Gründen nach Tirol und malte dort einige seiner schönsten Landschaftsbilder, nachdem er vorher Stillleben als Hauptmotiv gewählt hatte. Einsamkeit, ein Hang zu lähmenden Selbstzweifeln und fehlende Anerkennung führten dazu, daß sich Eysen immer mehr zurückzog. Nur zweimal, 1888 zur Akademie-Ausstellung in Berlin und 1895 zur Jahresausstellung im Münchner Glaspalast, trat er mit Bildern an die Öffentlichkeit, die jedoch fast völlig ignoriert wurden. Bald nach seinem Tod organisierten Freunde eine Gedächtnisausstellung mit Werken Eysens, die zunächst im Januar 1900 in Obermais und anschließend in Karlsruhe, München, Berlin und Frankfurt mit großem Erfolg gezeigt wurde. Erst jetzt wurde das Werk dieses zu Lebzeiten öffentlich fast unbekannten Künstlers gewürdigt. Louis Eysen war ein Künstler, der zwar von den Strömungen seiner Zeit beeinflusst war, dabei jedoch seinen eigenen Weg suchte und seine künstlerische Selbständigkeit bewahrte. Weitere Informationen zur National Gallery of Victoria und der Ausstellung "European Masters - Städel Museum, 19th–20th Century" finden Sie auf dieser Website. |





DiM-Praktikantin Lea Borgmann hat sich für Sie in der Reihe "Lieblingsbilder", in der die DiM-Redaktion jede Woche ein Werk der "European Masters - Städel Museum, 19th–20th Century" vorstellt, erfolgreich auf die Suche gemacht: Blick in das Ulten-Tal von Louis Eysen ist ein wunderschönes Landschaftsbild in zarten Farben, das es ihr besonders angetan hat.
Schon früh erwachte in Louis Eysen das Interesse für die Kunst und nach der Schulzeit schrieb er sich im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt ein, wo er Zeichenunterricht belegte. Zusätzlich nahm er Privatstunden bei dem bekannten Historien- und Landschaftsmaler Friedrich Karl Hausmann. Eysen schloss sich wenige Jahre später einer Münchner Gruppe von Malern an, die sich dem Prinzip einer realistischen Freilicht- und Portraitmalerei verschrieben hatte (Münchner Realismus).