| Pinguin-Parade Phillip Island: Bühne frei für Australiens mini Frackträger |
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| Geschrieben von: Alina Sonnenschein |
| Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 09:55 Uhr |
(Foto: Phillip Island Veranstalter)
Die Pinguin-Parade auf Phillip Island ist mit jährlich 520.000 Besuchern eine der meist besuchten Attraktionen in Australien. Warum? Hunderte kleine Frackträger können dabei beobachtet werden, wie sie jeden Abend am Strand entlang vom Wasser zu ihren Nestern zurückwatscheln. Alina Sonnenschein hat sich für Deutsche in Melbourne unter die Zuschauer gemischt, um zu erfahren, was Besucher aus aller Welt so sehr an der Parade der kleinsten Pinguine der Welt fasziniert ? Warum reisen sogar Australier für dieses Ereignis durch das ganze Land? Hier sind ihre Antworten ... Die kleinen Stars des Abends spannen die Gäste auf die Folter
(Foto: Phillip Island Veranstalter)
Wo bleiben nur die Pinguine? Knapp 150 Besucher am Summerland Beach in Cowes stellen sich diese Frage. Sie alle sind nach Phillip Island gereist, um die Zwergpinguine dabei zu beobachten, wie sie im puren „Wildlife“ durch den weißen Sand am ins dunkle Abendlicht getauchten Strand entlang watscheln. Doch die kleinen Frackträger lassen sich heute Zeit und spannen die Gäste auf die Folter. Brrrr ... beim Wind am Summerland Beach bekommt so manch einer eine Gänsehaut. Das verdirbt hier jedoch keinem die Vorfreude. Den Pullover ausgepackt und den Reißverschluss der Jacke fest geschlossen, sind alle bereit, die Stars des Abends in Aktion zu sehen. Aber Achtung! Fotoapparate müssen in den Taschen verstaut werden. Denn: Fotografieren ist seit einiger Zeit verboten, um die Pinguine der Art Eudyptula Minor nicht zu stören. Grund dafür ist, dass die kleinen Pinguin-Äuglein nie mitten ins Sonnenlicht an der Wasser-Oberfläche blicken, meist ans Unterwasserschauen gewöhnt sind. Blitze schaden und verunsichernn die kleine Gefährten. Aufgeregtes Geschnatter – die Show kann losgehen
(Foto: Phillip Island Veranstalter)
Ranger Richard Dekan berichtet, dass insgesamt 26.000 Pinguine auf Philip Island leben. Hier am Summerland Beach haben 2500 der kleinen Geschöpfe ihr Zuhause. Das seit 80 Jahren stattfindende Touristenspektakel zieht jährlich 520.000 Besucher in den Bann. Enttäuscht hat Ranger Richard bis jetzt noch keinen gesehen. Der Auftritt der kleinen Pinguine ist bei jedem Wetter garantiert. „Mal mehr, mal weniger“ lassen sich hier jeden Abend am Strand blicken. „Also nicht betrübt sein, wenn nicht gleich 2500 aus dem Wasser tauchen“, so die Information. Die Zahl der auftauchenden Pinguine hängt stark von der Jahreszeit ab. So hat man im Sommer die Chance, knapp 1000 zu beobachten, während es im Juni im Schnitt nur 200 Pinguine zu sehen gibt, erzählt der Experte. Die Pinguine können sich wochenlang im Meer aufhalten und nach ihrer Leibspeise Fisch tauchen. Dank der wasserfesten Federn, ist es für Pinguine sozusagen unmöglich nass zu werden. Die Sonne geht langsam unter - dann die Dunkelheit. Helle Scheinwerfer leuchten den Strand jetzt aus, damit die Zuschauer den perfekten Blick auf den Strand genießen können. An das Licht haben sich die Pinguine, laut Ranger Richard, schon gewöhnt. Endlich ist das aufgeregte Geschnatter der Tiere zu hören. Das Publikum ist muchsmäuschen still, lauscht und schaut gespannt in Richtung Wasser. Und dann: das erste Köpfchen ist zu sehen. Begeistertes Raunen geht durch die Menge – die Show kann beginnen ... „Ich will sie aus dem Wasser watscheln sehen“
Der Wunsch sei Carla erfüllt. Denn: Inzwischen tauchen immer mehr Köpfchen in die Höhe. Nach und nach schwärmen die ersten mutigen Pinguingruppen im Eiltempo auf das Ufer zu. Ganz schön fleißig die Kleinen. Bereits bis zu 50 Kilometer haben die Pinguine seit dem Morgen im Wasser zurückgelegt, erzählt Richard. Dicht beieinander warten die maximal 33 Zentimeter großen Geschöpfe auf die anderen ihrer Art. Laut Richard fühlen sie sich nämlich in Gruppen am wohlsten, um sich vor möglichen Tierangriffen zu schützen. Die größten Feinde der Pinguine sind auf der Insel die Füchse. Im Jahr 2000 wurden über 300 tote Pinguine auf der Insel gefunden, die den Füchsen zum Opfer gefallen waren. Ziel der Parkverwaltung ist es daher, die Füchse auf Phillip Island auszurotten. „Am liebsten morgen gleich noch mal“
(Foto: Phillip Island Veranstalter)
Immer mehr einzelne Pinguingruppen huschen jetzt über den Sand und suchen nach ihren Nestern. Die Pinguine sind nur wenige Meter vom Publikum entfernt - so nah wie hier kommt man den Pinguinen in der Natur selten. Das Publikum genießt es und ist trotz des kühlen Abends in guter Stimmung. Eine Stunde dauert die Rückkehr der Pinguine bereits. Inzwischen haben die meisten Zuschauer die Tribünen am Strand schon verlassen. Begeisterte Gesichter haben aber alle. „Am liebsten morgen gleich noch mal!“, so Carla begeistert. DiM-Fazit: Trotz des Wartens, der Kälte und den 22 Dollar Eintritt war die Pinguinshow ein echtes Spektakel. Watschelnde kleine Prachtgeschöpfe kombiniert mit dem magischen Ambiente und den gut gelaunten Zuschauern, machen diese Attraktion begründet zu einem „Must See“ in Down Under. Alle Informationen über die Pinguinparade inklusive Eintrittspreise gibt es auf der Website des Phillip Island Nature Park Was Sie sonst noch auf Phillip Island unternehmen können, lesen Sie in unserem Artikel "Ein perfekter Tag auf Phillip Island". |





Die 23-jährige Australierin Carla Louis ist heute extra mit ihren Freunden aus Perth angereist. Klar stehen auch die Grampians und die Great Ocean Road auf ihrer „Must-See“-Liste, auf der jedoch die Pinguinparade ganz weit oben rangiert, wie sie gesteht. Warum? Carla ist ganz angetan von den süßen kleinen Geschöpfen und findet es toll, diese mal unter Naturbedingungen und nicht im Zoo bewundern zu dürfen. In Melbourne war sie auch schon und hat ein paar am bekannten Pinguin-Pier in St. Kilda zwischen den Steinen gesichtet. Das reicht ihr jedoch nicht. „Ich will sie aus dem Wasser watscheln sehen“, erzählt Carla lachend.