FC Bayern München Fans in Australien: Liebe und Leid der Red Kangaroos PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: James Twining   
Montag, den 21. Mai 2012 um 12:44 Uhr

Ungläubig und fasssungslos: FC Bayern München Fans im Imperial Hotel an der Bourke Street in MelbourneUnglaubliche Szenen spielten sich am Sonntag ab 4.30 Uhr morgens im Imperial Hotel an der Bourke Street in Melbournes Stadtzentrum ab. Mehr als 200 deutsche, britische und australische Fußball Fans hatten sich dort versammelt und sahen das dramatische Champions League Finale zwischen FC Bayern München und Londons FC Chelsea.

Die meisten davon waren "Red Kangaroos", Mitglieder des offiziellen FC Bayern München Fan Clubs in Australien. James Twining war für Deutsche in Melbourne bei dem Fußballspektakel dabei, das leider ein bitteres Ende für die Bayern hatte. Er stellt uns einige der Red Kangaroos vor, die den Bayern trotz Entfernung fest die Daumen drücken.

Wirrwarr an Emotionen für FC Bayern Fans in Melbourne

Nervosität. Jubel. Angst. Zorn. Schock. Danach Tränen. Ein Wirrwarr an Emotionen mußten FC Bayern Fans im Imperial Hotel an der Bourke Street in Melbournes Stadtzentrum am Sonntag in der Früh über sich ergehen lassen. Mehr als 200 Fußball Fans, die meisten davon "Red Kangaroos", Mitglieder des offiziellen FC Bayern Fan Clubs in Australien, hatten sich in dem zentral gelegenen Pub in aller Herrgottsfrühe um 4.30 Uhr zum Spielbeginn des Champion League Finale zwischen FC Bayern München und FC Chelsea (London) versammelt.Spannung bei den Fans des FC Bayern München in Austalien beim Champions League Final in Melbourne

Sie alle sahen sich an, wie sich dramatische Ereignisse auf dem Fußballfeld entfalteten, in einem Spiel, das ein Elfmeterschießen entscheidete und in einer Tragödie endete für die deutsche Meistermannschaft. Nach dem Erwerb eines frühen Vorteils durch Thomas Müller glich Chelsea aus. Nach 90 Minuten steht es noch immer 1:1. Die Spieler gehen in die Verlängerung. Doch auch nach 120 Minuten bleibt der Spielstand gleich. Es folgt ein Elfmeterschießen, von dem Arjen Robben eines vergibt. Bastian Schweinsteiger trifft als finaler Schütze der Bayern nur den Innenpfosten, Didier Drogba dagegen netzt locker seinen Elfer ein und so erreichen die Engländer ihren Sieg mit 3:4 im Elfmeterschießen.

Enttäuschung für FC Bayern, Erfolg bei den "Red Kangaroo" FC Bayern Fans

Chelsea gewinnt im Champions-League-Finale in München: Bessere Bayern verlieren die Nervenschlacht im Elfmeterschießen - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/sport/fussball/championsleague/muenchen2012/chelsea-gewinnt-im-champions-league-finale-in-muenchen-bessere-bayern-verlieren-die-nervenschlacht-im-elfmeterschiessen_aid_753733.htmlso reichte dem Engländer einen dramatischen Sieg.Fassungslosigkeit nicht nur bei den Spielern und Bayern Fans in Deutschland, sondern auch im Imperial Hotel mitten in Melbourne, in ganz Australien sowie weltweit.

Fassungslosigkeit nicht nur bei den Spielern des FC Bayern München, auch bei ihren Fans in Deutschland vor Ort und fernab in Melbourne, Australien, im Imperial Hotel. Doch ist die Enttäuschung über das traumatische Spiel auch spürbar, das Champions League Finale ist zugleich ein großer Erfolg für die FC Bayern München Fans in Melbourne.

Faszination beim Zuschauen: FC Bayern München Fans verfolgen das Spiel ihres Clubs gegen Chelsea in Melbourne, AustralienDas Bayern-Spiel hat bei weitem das bisher größte Publikum im Imperial Hotel angelockt, das als der inoffizielle Treffpunkt aller FC Bayern Fans Melbournes gilt. Der Red Kangaroo Club sei noch relativ neu, sagt dessen Gründer Julian Farrell. Er ist in Australien geboren, spricht jedoch fließend Deutsch und erzählt Deutsche in Melbourne nach dem Spiel: “Es war immer ein Traum von mir, dass es einen Fan Club für den FC Bayern in Australien gibt. Also habe ich eine Seite auf Facebook gemacht. Dann kamen davon ein paar Leute zum Spiel von FC Bayern gegen Inter Mailand. Die erkannt mich, wir waren an der Bar zusammen. Wir haben viele Deutsche und es kam zu unserem Fan Club. Immer mehr Leute, immer mehr Interesse,“ faßt Farrell den Erfolg der Red Kangaroos zusammen. Und die findet man mittlerweile nicht nur in Melbourne, sondern in ganz Australien.

Red Kangaroos wollen für ihren Club weiter expandieren

“Zum Beispiel letzte Woche beim DFB Pokal Spiel hatten wir zwei Bayern Fans aus Perth, die dafür nach Melbourne geflogen sind, um das SpielDie rot-weißen Fans ließen sich auch in Melbourne nicht von der Niederlage des FC Bayern Münchens gegen Chelsea beirren mit uns zu sehen. Das war ziemlich toll,’’ freut sich Julian Farrell, der die Gruppe expandieren und spezielle T-Shirts und Schals machen lassen will. “Wenn wir 50 oder 30 Leute haben, die immer dabei sind, macht das Freunde und viel Spaß", weiß er. Die Gruppe selbst sei eine Mischung aus Deutschen und Australiern. "Wir haben viele ausgereiste Deutsche, und sie freuen sich, wenn sie sich nicht allein das Spiel anschauen. Die meisten Australier haben einen Kontakt zu Deutschland oder Kontakt mit Bekannten in München, und daraus ergibt sich eine Art Fanatismus für den FC Bayern."

Astrid Whitehead aus Augsburg, die jetzt in wohnt, ist eine der vielen deutschen "Red Kangaroo" Fans, die die Gruppe über Facebook gefunden hat: "Ich hab´ mich angemeldet, und seit dem bin ich dabei.’’ Allerdings, so bedauert sie als Fan des deutschen Fußballs in Australien, ist es schwer, die Lieblingsmannschaft live zu sehen. "Der Zeitunterschied ist nicht gut,’’ sagt sie. Und seit wann und warum liebt sie den FC Bayern? „Immer schon. Immer schon. Alle meine Verwandten sind Fußball Fans und alle FC Bayern Fans. Und ich bin mit ihnen aufgewachsen.“

Bayern Fan James Rooney: "Leidenschaft der Red Kangaroos ist tolle Sache"

Julian Farrell, Gründer des Red Kangaroos, der FC Bayern München Fans in Australien, in Melbourne beim Spiel des FC Bayern München gegen ChelseaJames Rooney ist einer der Australier, die ein Interesse am FC Bayern München und deutschem Fußball haben. Rooney hat als Austauschstudent im Jahr 1999 die bayerische Stadt Ingolstadt besucht und fand dort seine Liebe zum dortigen Fußball Club. Er meint, dass deutscher Fußball populärer in Australien sein könnte, wenn mehr über ihn im Fernsehen berichtet würde. “I think there is a big market here.” (im Foto: Julian Farrell links, James Rooney rechts)

Rooney: “As soccer becomes more popular in Australia, I think people will look at the Bundesliga with its real soccer culture, where it respects its fans, doesn’t charge them above ridiculous prices for ticket and fosters great atmospheres in the stadiums. And the football is also attractive, compared to what you get in England and Serie A in Italy.’’ Die Leidenschaft der "Red Kangaroos" sei eine tolle Sache gewesen, sagt er nach dem Spiel trotz des enttäuschenden Ergebnis. ‘’Everybody gets really fired up and the fact we are so far away from Germany is probably what makes us so passionate. For us to be thousands of miles away from Germany, the Bundesliga and Bayern, and to find people just as passionate about the club is a really good thing to have."

(Text und Fotos: James Twining)