Eurovision Song Contest 2011: Wird Lena den Titel verteidigen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jessica Meiner   
Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 11:50 Uhr
Lenas Sieg beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo
(Foto: www.eurovision.tv)

Germany twelve points“, hieß es für Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo aus allen Ecken Europas. Am Ende stand Deutschland mit 246 Punkten an der Spitze der Tabelle und alle Deutschen feierte den sensationellen Sieg. Mit ihrem Song „Satellite“ holte die damals 19-Jährige Hannoveranerin damit den wohl wichtigsten Musikwettbewerb Europas nach 28 Jahren wieder in die Bundesrepublik.

Am Samstag, 14. Mai, steigt das Finale des diesjährige Wettbewerbs. Deutschland ist wieder im Lena-Fieber und Deutsche in Melbourne auch. Wir machen Sie fit für den Eurovision Song Contest 2011 und lassen Sie wissen, ob andere Deutsche in Australien den Grand Prix verfolgen.

Austragungsort ist Düsseldorf  - nicht Berlin

Banner: Eurovision Song Contest
(Foto: www.eurovision.tv)

Düsseldorf – die Vorbereitungen laufen. In den Halbfinalen werden die 25 besten Länder für das große Finale am Samstag ermittelt. Aber: Halt. Die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens und nicht Berlin? Warum wird Lena ihren Titel beim TV-Ereignis des Jahres nicht in der deutschen Bundeshauptstadt verteidigen?

Zwar sind die Hauptstädte als Austragungsort für den Eurovision Song Contest beliebt. Dennoch gibt es keine Regel, dass die Veranstaltung in diesen stattfinden muss. So stellt sich Deutschland gegen den Trend. Gesungen wird 2011 in Düsseldorf. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Intendantinnen und Intendanten der ARD waren die Finanzen. Nach Abzug aller Plätze für Delegationen und Journalisten aus ganz Europa und der Welt, stehen in der Düsseldorf Arena 24.000 Plätze für Fans zur Verfügung. In Berlin wären es lediglich 8.800 gewesen. Die Einnahmen durch Kartenverkauf sind in Düsseldorf damit erheblich höher, sodass Berlin, dass sich mit dem Austragungsort Tempelhof beworben hatte, für die ausrichtende ARD um Millionen teurer wäre.

125 Millionen TV-Zuschauer werden erwartet

In über 50 Ländern werden weltweit rund 125 Millionen TV-Zuschauer erwartet. Auf ausgeflippte Bühnen-Performances, skurrile Kostüme und viele Spezialeffekte werden sie auch in diesem Jahr nicht verzichten müssen.

Lena Meyer-Landrut
(Foto: www.eurovision.tv)

So schickte Irland die eineiigen Zwillinge, John und Edward Grimes, genannt Jedward, ins Rennen. Mit ihren schrägen Frisuren und verrücktem Style wollen sie um jeden Preis auffallen und präsentieren sich in Kostümen wie Kampfanzüge mit neonfarbenen Wasserpistolen. Die transsexuelle Sängerin Dana aus Israel sorgte bereits 1998 für Aufsehen im Eurovision Song Contest und gewann schließlich den Grand Prix. 13 Jähre später will sie es noch einmal wissen und tritt mit ihrem Hit „Ding Dong“ zum zweiten Mal an.

„Taken by a Stranger“ zum zweiten Mal antreten. Reifer und erwachsener wirkt sie in ihrem Musikvideo.

Deutschland hat starke Konkurrenz

Ist Lena die Erste, die ihren Titel verteidigen will? Nein, Titelverteidigungsversuche gab es bereits, mehrheitlich aber mit wenig Erfolg. Die Schweizerin Lys Assia, Siegerin des ersten Grand Prix 1956 beispielsweise, trat 1957 nochmals an - und wurde Vorletzte. Ihre Nachfolgerin Corry Brokken aus den Niederlanden stürzte im Folgejahr gar auf den letzten Platz ab. Allerdings gibt auch es einen Teilnehmer, der zweimal gewonnen hat: Johnny Logan holte 1980 und 1987 den Titel für Irland.

Leicht wird es für Lena beim 56. Eurovision Song Contest nicht. Zwar zählt sie mit ihrem Lied zu den Favoriten. Doch in den Wettbüros stehen neun weitere Länder hoch im Kurs, darunter Frankreich, Estland, Norwegen, Aserbeidschan, Türkei, Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Großbritannien und Schweden.

Werden auch Deutsche in Australien den Grand Prix verfolgen?

Der gebürtige Düsseldorfer Benjamin Rizo lebt zur Zeit in Brisbane, wo er an der Griffith University seinen Master in International Business Management absolviert. Auf die Frage, ob er den Song Contest verfolgen wird, der am Sonntag Abend von dem australischen Sender SBS One ab 18.30 Uhr übertragen wird, muss er lachen.

Benjamin Rizo: Party zum Songcontest

Benjamin RizoDann findet bei ihm eine Grand Prix Party statt, mit Freunden aus ganz Europa. Aufgrund seines internationalen Studiengangs sind in seinem Freundeskreis die Nationen Holland, Schweden, Norwegen, England, Polen, Österreich und Island vertreten. Er ist sich sicher, dass es ein amüsanter und vor allem lauter Abend wird, wenn jeder für die eigene Nation mit fiebert.

Viele haben schon angekündigt, sich in ihre Nationalflaggen einzuhüllen, um das jeweilige Land zu unterstützen. Außerdem ist jeder Gast verpflichtet eine traditionelle Speise aus den jeweiligen Herkunftsländern mitzubringen, damit es die perfekte Multikulti- Party wird. Benjamin hat noch eine andere Motivation. Der Eurovision Song Contest wird in seiner Heimatstadt Düsseldorf ausgestrahlt. Klar, dass er sich verpflichtet fühlt, den Gastgeber in Australien zu spielen.

Aniek Kavelaars: Schaltet dieses Jahr nicht ein

Im Gegensatz zu BenAniek Kavelaasjamin wird Aniek Kavelaars den Grand Prix dieses Jahr nicht verfolgen. Zwar schaut sie den Eurovision Song Contest in Deutschland regelmäßig, aber nach dem Motto "andere Länder, andere Sitten" wird sie in Australien dieses Jahr nicht einschalten. Außerdem rechnet Aniek der deutschen Kandidatin  Lena keine großen Chancen aus. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die anderen Ländern nochmal Punkte an jemanden vergeben, den sie kennen". Hier zählt auch der Überraschungseffekt.", sagt sie. Überraschend sei durch die spätere Ausstrahlung von SBS auch der Sieger oder sie Siegerin nicht mehr, immerhin werden alle deutschen Medien darüber berichten.

Spannend wird es dennoch. Das DiM -Team drückt Lena auf jeden Fall die Daumen, damit es wieder heißt „Twelve points go to Germany“ und sie nach dem Sieg im Vorjahr die nächste Sensation schafft: die Titelverteidigung.

 Weitere Informationen zum diesjährigen Eurovision Song Contest sowie zu allen Teilnehmern finden Sie unter:

Interview und Foto Benjamin Rizo: Alina Sonnenschein