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Neue Gemeindepädagogin: Friederike Keller bringt frischen Wind PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lea Borgmann   
Mittwoch, den 01. September 2010 um 07:02 Uhr

Neue Gemeindepädagogin der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde Melbourne: Friederike KellerSie ist erst vor zwei Wochen aus Deutschland gekommen und fühlt sich schon wie zu Hause: Friederike Keller, die neue Gemeindepädagogin der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde. Sie will mit ihren 24 Jahren frischen Wind und neue Projekte in Melbournes deutsche Kirchengemeinde in East Melbourne bringen.

Aber wie kam sie darauf, direkt nach ihrem Studium ins Ausland zu gehen - und dann auch noch ans andere Ende der Welt? Lea Borgmann hat mit Friederike gesprochen und stellt die gebürtige Leipzigerin vor.

Friederikes deutscher Sommer: Studium, Aufregung und eine Hochzeit

Ruhig ging es im deutschen Sommer 2010 für Friederike Keller nicht zu. Lächelnd erzählt sie von den Wochen und Monaten, der Zeit, kurz bevor sie Deutschland verlassen hat, um nach Melbourne zu kommen, als sie zwischen Auswanderungs- und Diplomarbeitsstress auch noch geheiratet hat. „Es war viel los, und ich konnte mich eigentlich gar nicht mit Australien beschäftigen. Diplom, Hochzeit und ab ins Flalugzeug. Dann war ich hier."

Der Job als Gemeindepädagogin in Melbourne ist nicht nur aufregend weit weg von zu Hause, sondern auch die erste richtige Stelle, die Friederike antritt nach ihrem Studium der Religionspädagogik und Gemeindediakonie in Moritzburg beiHochzeit Friederike Keller Dresden. Warum in Australien? Warum nicht!? „Ich hatte schon immer den Wunsch, ins Ausland zu gehen, habe ihn aber während des Studiums nicht umgesetzt. Ich habe mein Freiwilliges Soziales Jahr in Hamburg an der Bahnhofsmission und ein Gemeindepraktikum in Berlin gemacht - Metropolen haben mich also schon immer gereizt - aber länger im Ausland war ich noch nie."

Melbourne hatte seinen Reiz

„Zu Beginn des Jahres habe ich angefangen, mir Gedanken über meine berufliche Zukunft zu machen. Weiter studieren, in das Arbeitsleben einsteigen oder durch die Welt reisen? Die Stellenbörse der Evangelischen Kirche Deutschland hat Angebote aus dem Ausland in ihrem Katalog und so fing ich dort an zu suchen, weil mir ein Job im Ausland als die beste Alternative erschien", fährt die leidenschaftliche Klarinettenspielerin fort.

Zunächst fand sich jedoch nichts. Die 24-jährige hat sich daraufhin zunächst in Dresden auf verschiedene Jobangebote beworben. „Mit meinen Fähigkeiten und Qualifikationen in ein anderes Land gehen, dort wirklich leben und nicht nur kurzfristig helfen, das war mein erklärtes Ziel." Etwas später entdeckte sie zwei Stellenangebote: eines in Stockholm und eines in Melbourne. Friederike hat sich auf beide beworben, hegte aber insgeheim den Wunsch, dass sie nach Melbourne gehen könnte: „Stockholm hat mich nicht so sehr gereizt, weil ich Schweden schon kannte. Mit Australien hatte ich mich vorher noch nicht auseinander gesetzt, aber es schien interessant", lacht sie. Dann kam die Zusage tatsächlich und los ging´s. Ihr neues Hobby ist jetzt "Melbourne entdecken".

Herzlicher Empfang und ein Hechtsprung ins Arbeitsleben

Recherche für den Kindergottesdienst der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitskirche: Friederike Keller in Melbourne"Ängste aufzubauen nach Melbourne zu gehen, war gar nicht möglich durch die vielen aufregenden Dinge wie meine Hochzeit und der Studienabschluss. Ich habe mir nur ein bisschen Sorgen um die langen Flugzeiten gemacht. Ich sitze sehr angespannt im Flugzeug", gesteht sie. Aber auch das habe sie  unversehrt überstanden. Trotz des Jetlags, der eine Woche andauerte, hat sich die gebürtige Leipzigerin bereits am ersten Tag nach ihrer Ankunft im sonntäglichen Gottesdienst vorgestellt und fühlte sich von der Gemeinde gleich angenommen. „Ich wurde so herzlich von der Gemeinde empfangen, das war wirklich toll. Eine Familie hat mich sogar gleich zum Footy mitgenommen."

Die erste Woche hat sie damit verbracht, sich in die Abläufe der Dreifaltigkeitsgemeinde in Melbourne einzuarbeiten und die Gruppen, die sich dort treffen, kennen zu lernen - unter anderem die Krabbel- und Spielgruppe. Diese Gruppen wird die neue Gemeindepädagogin in Zukunft leiten, ebenso den sonntäglichen Kindergottesdienst. Außerdem zählen die Kinderbibeltage und die Familiengottesdienste zu ihrem Aufgabengebiet. Sobald Friederike ihre australische Lehrbefugnis erhalten hat, wird sie außerdem an der Deutschen Schule Melbourne Religionsunterricht geben. „Darauf freue ich mich schon sehr!"

Neue Projekte in einem neuen Land: Jugendgruppe starten

Damit nicht genug: „Im Oktober will ich zusammen mit Pastor Matthias Kunze eine Jugendgruppe starten, da es im Moment kein Angebot für Jugendliche nach dem Konfirmandenunterricht gibt. Außerdem möchte ich parallel zum Kindergottesdienst eine Gruppe für ältere Neuer Einsatzort der Gemeindepädagogin Friederike Keller: Die deutsche evangelisch-lutherische Dreifaltigkeitskirche in MelbourneKinder einrichten, da die Altersunterschiede doch sehr groß sind. Nebenbei kümmere ich mich um Veranstaltungen wie den Markt für Kindersachen und das weihnachtliche Krippenspiel - und natürlich um die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche."

Ihre Arbeit mache ihr schon jetzt sehr viel Spaß. Sie erkenne inhaltlich bekannte Dinge in ihrer Arbeit wieder, das Programm ist ähnlich, und lerne genauso viele neue Dinge kennen - besonders, was die Gemeindestruktur angehe: In Melbourne gibt es neben den Gottesdiensten kaum wöchentliche Angebote, sondern eher sporadische Treffen und monatliche Veranstaltungen.

Einen kleinen Wermutstropfen bringt Friederikes Schritt nach Melbourne mit sich: "Ich hatte große Angst vor der großen Entfernung zu meinem Mann", gesteht sie. "Aber er kommt Anfang nächsten Jahres nach und über das Internet können wir miteinander sprechen." Friederike wird zunächst für ein Jahr in Australien bleiben. Eine Verlängerung hängt vor allem davon ab, ob ihr Ehemann hier beruflich Fuß fassen kann.

Mit im Gepäck: der Herrnhuter Weihnachtsstern

Neue Deutsche in Melbourne mit neuem Job in Melbourne: Friederike Keller„Er studiert derzeit noch Medizin in Dresden. Die Frage ist, ob er hier Arbeit findet. Das Ende ist also offen, aber das macht es ja auch spannend." Ihre Familie hat Friederike mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen lassen. „Sie freuen sich alle für mich, aber vermissen mich schon. Ich hoffe, dass meine Familie mich hier in diesem tollen Land besucht." Übrigens: Damit das Heimweh nicht allzu groß wird, hat sie ihren Herrnhuter Weihnachtsstern mitgenommen - den bekannten, von innen leuchtenden Stern mit etlichen Zacken, der aus der Oberlaussitz stammt.

Deutsche in Melbourne wünscht Friederike einen tollen Start in ihr neues australisches Leben!

Fotos: C. Raab, K. Niedzwezky, privat