| Melbournes Pionierzeiten erleben: Schwerkolt Cottage von Preußen erbaut |
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| Geschrieben von: Katja Niedzwezky | |||
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Das Schwerkolt Cottage steht noch heute, umgewandelt in ein Museum, und lädt am Sonntag, 12. September, zum Tag der Offenen Tür ein. Nicht alle Passagiere der „Emmi“ schafften es vor fast 160 Jahren bis Australien: 31 der 332 Reisenden starben unterwegs. Die Schwerkolts zählten zu den glücklichen Überlebenden und konnten 1853 ein Stück Farmland im Bereich des heutigen Northcote kaufen: Dort baute der 26jährige August und seine Frau Pauline, die er noch vor der Abfahrt in Hamburg Der Umzug erfolgte zu Fuß; Schwerkolt schleifte nach und nach all seine Habe von Northcote nach Mitcham, befestigt an zwei Stangen, die er an seiner Taille befestigt hatte. Auf dem freigeräumten Gelände entstand nach und nach eine Farm mit Obstgarten, Weinanbau, Geflügelzucht, Imkerei und Milchwirtschaft. Pauline Schwerkolt, die im Laufe der Jahre neun Kinder zur Welt brachte, von denen drei früh starben, fuhr regelmäßig nach Kew und Hawthorn, um die Erzeugnisse zu verkaufen. Das erste und zweite Haus der Scherkolts existieren nicht mehr; das Gebäude, das heute noch steht, baute die Familie etwa 1884. Das Material stammte aus dem farmeigenen Steinbruch, aus dem 1880 auch Schotter für die neue Whitehorse Road geliefert wurde. Das Steinhaus der Schwerkolts überdauerte alle Buschfeuer
Die drei Räume wurden mit Möbeln und Gegenständen aus dem 19. Jahrhundert im Stil der Zeit ausgestattet, einschließlich Deckchen auf dem Milchpott und - als einem der wenigen Originalstücke - der Schwerkolt'schen Familienbibel. Technikfreunde finden eine Reihe alter landwirtschaftlicher Geräte, mit denen früher die großen Obstgärten bearbeitet wurden. Zum Museumskomplex gehören außerdem der Garten, eine Scheune, eine Schmiede, eine Räucherei und ein Weinkeller, den die Schwerkolts in einen Abhang gegraben haben. Die Weine wurden eine Zeitlang bis nach Europa verkauft, wo sie diverse Preise gewannen, darunter den für den "Best Colonial Wine" 1882 . In einem weiteren Gebäude befindet sich auch ein “richtiges” Museum mit einem Sammelsurium an Spielzeug, Nähmaschinen, Geschirr, Zeitungen und Kleidern aus vergangenen Zeiten. Die Whitehorse Historical Society hegt und verwaltet insgesamt rund 4.000 Erinnerungsstücke, dazu 3.600 Fotos und 6.000 Dokumente. Klöppeln, spinnen, weben, drechseln, schmiedenBeim Tag der Offenen Tür am Sonntag, den 12. September 2010 im Rahmen der Heritage Week im Bezirk Whitehorse erwacht das Gelände zu neuem, alten Leben, denn mit dabei sind Klöpplerinnen und Spinnerinnen, Weber, Drechsler und Schmiede sowie „Tip Top Tom’s Magic“, die Yarra Valley Machinery Preservation Society und weitere Organisationen. Auf dem Programm stehen „old-fashioned games” und andere Aktivitäten für Jung und Alt, und es gibt Musik der Crescent City Serenaders. Der Rotary Club Forest Hill betreibt Fundraising am Würstchengrill, und die Whitehorse Historical Society Wer es zum Tag der Offenen Tür nicht schafft, sollte einen Besuch dennoch für später einplanen: Rund um das Schwerkolt Cottage können insbesondere Familien an jedem Wochenende einen entspannten Tag verbringen. Nach dem Rundgang durch das Museum kann man es sich am Grillplatz gemütlich machen, ein Spielplatz ist gleich nebenan vorhanden, außerdem große Rasenflächen, viele Spazier- und Radwege am Mullum Mullum Creek und viele Felsen am Flussufer. Obwohl der neue Eastlink direkt nebenan verläuft, ist davon kaum etwas zu spüren. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen erreichten Umweltschützer, dass die neue Autobahn ein ganzes Stück unterirdisch verläuft, um das Tal des Mullum Mullum Creek zu erhalten. Der Abluftturm ragt direkt neben dem Tunnelmund über dem Tal auf. Tal gerettet - die neue Autobahn musste in den Tunnel
In der Geschichte dieser Rettung liegt ein gutes Stück Ironie: Wäre die Autobahn nicht seit langem auf dem Reißbrett geplant Die Region am Mullum Mullum Creek zieht übrigens auch heute noch Siedler aus aller Welt an: In den Ortsteilen Mitcham, Donvale, Ringwood North and Ringwood sind etwa 23 Prozent der Einwohner außerhalb von Australien geboren, vor allem in Großbritannien, Italien, Neuseeland, China, Malaysia und Indien. Tag der Offenen Tür: Sonntag,12. September, von 12 bis 17 Uhr. Eintritt frei. Normale Öffnungszeiten: Samstags, sonntags und an Feiertagen jeweils von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Gruppenführungen können vereinbart werden.
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