| Besuch vom Weihnachtsmann bei 30 Grad und Sonnenschein |
|
|
|
| Geschrieben von: Claudia Raab | |||
|
Dass sich dennoch zahlreiche Besucher und Besucherinnen auf den Weg zum Weihnachtsmarkt gemacht haben, beruhigte nicht nur die Organisatoren der Veranstaltung, sondern auch die Standinhaber. Deutsche in Melbourne Redakteurin Claudia Raab hat sich auf dem Weihnachtsmarkt umgesehen. Die Weihnachtssaison beginnt
Dem Weihnachtsmann muss reichlich heiß gewesen sein. Wer schwitzt nicht bei 30 Grad im Sonnenschein mit langer, roter Kluft und Weihnachtsmütze, weißem Wallebart und dickem Sack gefüllt mit Geschenken? Keine Frage, für viele Kinder signalisierte der Besuch des Weihnachtsmanns auf dem Weihnachtsmarkt der deutschen Dreifaltigkeitskirche den Beginn der Weihnachtssaison. Der Countdown bis zum Heiligen Fest hat gestartet. Weihnachtsstimmung fällt ein wenig schwer
Dem ein oder anderen Erwachsenen - zumeist dem, der sich noch an Weihnachten bei klirrender Kälte erinnern kann - fiel es jedoch schwerer, sich in Weihnachtstimmung versetzen zu lassen. Da halfen auch die weihnachtlich geschmückten Sonnenschirme, die selbstgebastelten Weihnachtssterne und der Christstollen wenig. "Zu heiß," stöhnte Ralf, der gerade vergangene Woche von München nach Melbourne geflogen war, um hier ein Auslandssemester einzulegen. "Da wär mir jetzt ein kühles Bier viel lieber," fand der 23jährige und sprach damit einigen Besuchern aus dem Herzen. Gestrickte Mützen und deutsche Bücher
"Da muss ich mir gar nichts mehr aus Deutschland schicken lassen," meinte eine junge Mutter aus Melbournes Stadtteil Northcote zufrieden. "Ich hab hier doch glatt einen deutschen Roman gefunden, den mir meine Freundin empfohlen hat, und noch Kinderbücher für meine beiden Töchter." Nach Weihnachtsgeschenken stöbern
Auch der Grüffelo und die Weihnachtsmaus statteten als Schattenfiguren der Kirche einen Besuch ab. Die Spielgruppe Williamstown zog mit ihrer Vorstellung etliche kleine Zuschauer in ihren Bann. Erwachsene stöberten nach Weihnachtsgeschenken, plauschten mit Freunden oder nutzten die Gelegenheit, den neuen Pfarrer Matthias Kunze und seine Familie kennenzulernen während die Akkordion Gruppe Schlager wie "Rosamunde" spielte.
Neben Lob für die Organisatoren gab's auch Kritisches zu hören. Zu wenig Weihnachtliches werde angeboten, und er vermisse Weihnachtsmusik, meinte ein Besucher. Eine ältere Dame echauffierte sich recht unüberhörbar, dass sie so wenige der jungen Leute auf dem Weihnachtsmarkt kenne, da diese wohl sonst nie zur Kirche kämen. "Market was good fun"
Dem australischen Mitbewohner von Ralf, dem Münchner Studenten, hat's jedenfalls gefallen. "I don't speak German, but the market was good fun," sagt Tim und beisst in seine Bretzel. "I might come back next year," lacht er und wird dann bestimmt nicht der Einzige im Kirchhof sein.
|