Jetzt hast Du mich tatsächlich gekriegt, Marc.
Als mich Claudia eines morgens weckte und an die Wand zeigte, da dachte ich mit meinen verschlafenen Augen, dass sich eine Fledermaus in unser Schlafzimmer verirrt hat. Da Fledermäuse ein gutes Sonar haben, habe ich mir keine Sorgen gemacht, dass sie allein wieder nach draußen findet. Und wollte weiterschlafen.
Von Claudia wurde ich aber schnell eines besseren belehrt: Es war ein wohlgenährter Huntsman. Und meine erste Begegnung mit einer wirklich großen Spinne. Die Gummihammer Methode habe ich bezüglich eines nicht zu rechtfertigen Flecks auf der Wand verworfen. Und die Staubsaugeröffnung kam mir für das Biest zu klein vor - was sie natürlich nicht war. Nur war ich mir nicht sicher, was das Vieh dann im Staubsauger macht und wer den Beutel wechseln soll. Bestimmt nicht ich.
Ein einliter Joghurtcontainer schien auf den ersten Blick auszureichen. Um an den Huntsman heranzukommen mußte ich auf einen Stuhl steigen und meinen Arm ganz ausstrecken. Wie kurz mir mein Arm plötzlich vorkam... und als wir beide, der Huntsman und ich, in Kampfstellung gegangen sind, war uns klar, dass es nur einen geben kann. Für den Fall meiner Niederlage hatte sich Claudia mit einem Band der gelben Seiten bewaffnet (A-L, glaube ich).
Nach einer nahezu ausgeglichenen ersten Runde, in der wir gegenseitigen Respekt bekundet hatten, konnte ich leichte Landgewinne verzeichnen und hatte den Huntsman schon mal am Boden. In einem zweiten Angriff mit dem Joghurtbecher konnte ich ihn wenigstens an seinen vier vorderen Beinen direkt vor der Schnauze festhalten. Ein finaler Angriff hat die Spinne sicher unter dem Becher verstaut... Mit einem Papierfolder konnte ich die herausguckenden Füße auch noch nach innen schieben.
Als ich den Huntsman im Garten im Gras ausgesetzt hatte, sah er viel kleiner aus, als noch vor wenigen Minuten vorher an der Wand.
Hingelegt habe ich mich danach nicht mehr