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Lieber Herr Vogel!
Was waren wir aufgeregt! Hin und her flogen Emails zu und von Ihrer australischen PR Dame. Telefonate hier, Telefonate dort. Dann endlich stand der Interview-Termin mit Ihnen fest: 10 Uhr, Hilton Hotel, Melbourne!
Woanders möchten wir Sie auch gar nicht sehen als einen der populärsten Schauspieler Deutschlands, den wir lieben, obwohl er wirklich nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht (Pardon!) und uns eher den fiesen Schurken als den Superhelden zeigt.
„Jugen Wogel is very busy,“ lässt Ihre freundliche PR Dame mit ihrer wunderbar tiefen Stimme immer wieder huldvoll-entschuldigend in unsere Gespräche einfliessen, und wir glauben ihr aufs Wort. Wer wie Sie seit dem großen Durchbruch
mit „Kleinen Haien“ 1992 sage und schreibe über 85 erfolgreiche Filme
gedreht hat, der muss in der Tat beschäftigt sein.
Da sind wir von www.deutscheinmelbourne.net schon dankbar genug, wenn
Sie den weiten Weg nach Melbourne machen und uns einfädeln im Zeitplan,
...
... damit auch Ihre zahlreichen Fans, die für Ihre sechs (!) Filme während
des derzeitigen Audi Festivals of German Films zu sehen sind, keine
Karten bekommen haben, Sie erleben und Neues in puncto Film über Sie
erfahren.
Ehrlich! Nicht das leiseste Murren kam von uns als unsere Zeit von 30
auf 20 auf 15 Minuten geschrumpft wird. „Jugen Wogel has a tight
schedule“, werden wir um Verständnis gebeten. Klar, das haben wir, und Katrin, unsere Praktikantin, recherchiert umso emsiger Ihren Lebenslauf, Ihre Filme, Vorlieben, Widrigkeiten, Zitate. Keine Sekunde mit Ihnen
soll verschwendet werden mit Fragen, die bereits gefragt sind.
Nein, Herr Vogel, das sind wir Ihnen schuldig – Ihnen und unseren
Lesern und Leserinnen hier und in Deutschland, die mittlerweile täglich
bis zu 1000 mal auf unsere Webseite klicken und die dem Interview
entgegenfiebern ebenso wie wir.
Während wir in der Redaktion diskutieren, ob für Sie eine
Hollywood-Karriere machbar oder unmachbar ist, klingeln unsere
Telefone, füllen sich die Emailboxen. „Wenn ihr das Interview mit
Jürgen Vogel habt, könnt ihr ihn dann fragen ...“, „Also, was ich gern
wissen wollte von ihm, ist ...“, „Ihr müßt ja nicht, aber wenn ihr
wollt, könnt ihr mal rausfinden ...“. Ganze deutsche Büros tun sich
zusammen, erstellen Fragelisten. Während Sie im Flieger sitzen, lieber
Herr Vogel, verplanen wir akribisch und strategisch Ihre und unsere gemeinsamen,
morgigen 15 Minuten.
18.57 Uhr: Plan steht! (Unsere Garderobe übrigens auch!) 19.03 Uhr:
Handy klingelt. Es ist Ihre nette PR Dame: „Jugen Wogel - his German
agent wants him to rest. No interviews before 10.30 am. So sorry!”
Lieber Herr Vogel, da gehen sie hin, unsere 15 Minuten! Unser Slot von
10 bis 10.15 Uhr – einfach weg geslottet!
Ich stelle auf laut und wir sprechen mit Ihrer PR Dame unison: „Jugen
Wogel is very busy!“ Schweigend hören wir uns Ihr Program an: Important
interview with ABC, weitere Interviews mit australischer Presse,
Treffen, Filmvorführung und Diskussion, Cocktail Party afterwards.
„Rest – his German agent wants him to rest.”
Tja, lieber, beschäftigter „Jugen Wogel“! Wir essen jetzt Ihre
australischen TimTams selbst, die wir Ihnen als kleines australisches
Souvenir zugedacht haben, weil sicherlich weder PR Dame, noch „German
agent“ Ihnen Zeit zum Einkaufen zugeslottet haben. Auch nicht zu verachten!
Nett, Sie fast getroffen zu haben! Die kleinen, jedoch sehr schnell
wachsenden www.deutscheinmelbourne.net (Medien-)Haie samt Leserschaft wünschen Ihnen viel Spass beim Interview mit den
Media-Giganten und auf der Cocktailparty.
Und übrigens - auch wenn es erst am 29. April soweit ist – von uns ein kräftiges:
Happy Birthday, Jugen Wogel! Hip, Hip, Hurra! Auf Ihren nächsten Film!
Mit freundlichen Grüssen,
Claudia Raab für www.deutscheinmelbourne.net
Wie gut, dass es SBS gibt. Auf die ist Verlass.... (SBS Interview mit Jürgen Vogel vom 23.4.08 als Podcast )
Foto: rnd.de
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