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Ausgeträumt: Spanien gewinnt EM 2008 mit 1:0 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Katrin Aumann   
Montag, den 30. Juni 2008 um 17:29 Uhr

EM-Finale 2008 Es schien wie ein Traum, der wahr geworden ist: Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft im Endspiel der Europameisterschaft 2008. Allerdings: Jegliche Hoffnung, dass die deutschen Kicker gegen die spanischen gewinnen würden, blieb einzig und allein das: Hoffnung. Adé, vierter EM-Titel.

Der Traum auf einen Gewinn von Ballacks Mannschaft blieb ein Traum, der neu geträumt werden muss. Zum Leidwesen der deutschen Fans in Melbourne, die um 4.45 Uhr heute früh Wind und Wetter auf dem Federationsquare getrotzt haben, und zur wohlverdienten Freude der Spanier in Melbourne und weltweit, die das 1:0 für Spanien von ihrem neuen Nationalheld Torres zur Zeit gebührend feiern. Glückwunsch Europameister Spanien, Glückwunsch Vize Europameister Deutschland.

Dramatisches Finale, verdienter Sieg

Es war ein dramatisches Finale - und ein verdienter Sieg: Spanien ist Europameister. Mit einem einzigen Tor und vielen Chancen dominierte die spanische Mannschaft die Deutschen und holte den ersten großen Titel seit 44 Jahren. Löws Truppe kämpfte und scheiterte auf dem Weg zum Gipfel 2008 und verpasste so, zum vierten Mal nach 1972, 1980 und 1996 die EM-Trophäe für Deutschland zu gewinnen.

Fussballgesänge und Paukenschläge

EM-Finale 2008Trotz des enttäuschenden Ausgangs war das Spiel eine riesen Party. 600 deutsche und spanische Fans haben sich auf dem Federationsquare in Melbourne versammelt, um ihre Mannschaft zum Sieg zu tragen. „Auf geht’s Deutschland schiesst ein Tor“-Gesänge gegen die lauten Paukenschläge der Spanier. Schwarz-rot-gold gegen rot-gelb-rot. Bis zum Ende wurde gehofft, dass sich das Blatt wendet und Deutschland gegen Spanien das „Melbourner Wintermärchen“ komplett macht. Doch die „Rote Furie“ war nicht zu stoppen. Freudestrahlende Spanier auf dem Federation Square.

"El Niño" schiesst Spanien in den Fussballhimmel

Die Kleinsten heute die Grössten: das mit 1,79 Metern im Durschnitt kleinste Team des Fussball Turniers hat es geschafft. Vor den Augen ihres Königs Juan Carlos schoss Fernando Torres alias "El Niño", der Junge, Spanien in der 33. Minute auf den EM-Thron. Ihr erster Titel bei einem großen Turnier seit der EM 1964. Löw blieb damit der Traum vom ersten Auswahl-Titel seiner Trainerkarriere verwehrt und DFB-Kapitän Michael Ballack griff schon zum zehnten Mal in seiner Karriere an einem Siegerpokal vorbei.

Pleiten, Pech und Pannen

„Oh nein, ein Italiener als Schiedsrichter, das kann ja nicht gut gehen!“ ging es zu Spielbeginn auf dem Federationsquare durch die Reihen. Auch dass Silva bei seinem Kopfstoss gegen Podolski von Schiedsrichter Rosetti rot hätte sehen müssen, sind sich alle einig. Doch aufregen hilft nichts. Tapfer drücken die deutschen Fans in Melbourne ihrer Mannschaft weiter die Daumen und müssen mit ansehen, wie Philipp Lahm wegen einem Riss am Fuss in der Kabine bleiben und Kapitän Ballack wegen einer Platzwunde minutenlang an der Seitenlinie behandelt werden musste.

„Ein Spiel hat 90 Minuten und am Ende gewinnt Deutschland“

Leider hat sich dieser, in den letzten Wochen oft genannte Spruch, heute nicht bewahrheitet. Und trotzdem: es waren drei wundervolle EM-Wochen, bei der das Fussball-Fieber sogar bis in das ferne Melbourne vorgedrungen ist. Die Nerven-Schlacht gegen Österreich, der Zauber-Sieg gegen Portugal, der Last-Minute-Thriller gegen die Türkei. Und die deutschen Fans in Melbourne haben weder Urzeit noch Wetter gescheut, um ihre Jungs auf dem Weg zum Sieg zu beglieten.
Als Vize Europameister haben wir mehr erreicht als andere große Fußball-Nationen. Und wir sind faire Verlierer: Gratulation, Spanien! Ihr habt den Titel verdient. Ihr wart einfach die Besten.