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Eröffnungsnacht Deutsches Filmfestival 2010: Gute Laune pur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Claudia Raab   
Freitag, den 23. April 2010 um 11:40 Uhr

Glücklicher Gesichter bei der Eröffnungsnacht des Deutschen FilmfestivalsDr. Anne-Marie Schleich, Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, versprach in ihrer Eröffnungsrede des "Audi Festival of German Films 2010" ihrem Publikum augenzwinkernd eine "double surprise": Kinogäste würden erleben, daß deutsche Filme durchaus witzig und Eröffnungsreden einer Generalkonsulin knapp sein können.

Schleich hielt Wort: Die Komödie "Soul Kitchen", mit der das Festival, veranstaltet vom Goethe-Institut mit German Films, begann, kam beim deutsch-australischen Publikum ausgezeichnet an. Ebenso die anschließende Party. Deutsche in Melbourne Redakteurinnen Katja Niedzwezky und Claudia Raab haben sich unter die Gäste gemischt und Stimmen zum Festival eingefangen.

 

Deutsche können in der Tat "quite funny" sein

Sylvester Abanteriba schmunzelt. Nein, dass Deutsche in der Lage sind derartig witzige Filme wie Fatih Akins "Soul Kitchen" zu produzieren, verwundere ihn nicht, meint der gebürtige Costa Ricaner. Dass Deutsche "quite funny" sein können, habe er im Laufe der Jahre gelernt, sagt der Professor, der am Royal Melbourne Institut for Technology (RMIT) lehrt. Und Abanteriba kennt sich aus mit den Deutschen und deren Kultur: Gemeinsam mit seiner Frau Betty hat er elf Jahre lang in Hannover gelebt, bevor die beiden in Australien eine neue Heimat gefunden haben. "Soulkitchen" fand das Paar übereinstimmend "very relaxing after a hard day's work", und zudem eine gute Abwechslung zu den sonst eher schwereren Eröffnungsfilmen des Festivals.

Gut gelaunt, in Stimmung zu feiern

Dem stimmen auch Barbara und Sabine zu, die beide bereits über 20 Jahre in Australien leben. "Das war die erste Opening Night, bei Gut gelaunt: Festivalbesucher Barbara und Sabineder man gut gelaunt aus dem Kino kam und wirklich in der Stimmung war zu feiern," meint Barbara. Die Deutschlehrerin, die bisher bei jedem der Festivals dabei war, erinnert an traurige und schwierige Filme wie "Die Weiße Rose" oder "Der Baader-Meinhof-Komplex". Es sei schön gewesen, dass es dieses Jahr mal nicht nur um Nazis und die DDR gegangen sei, finden die beiden  Frauen.

"Soul Kitchen" sei so lustig gewesen, dass sie sich habe beherrschen müssen, um nicht allzu laut zu lachen, erzählt Barbara. Allerdings: "Die Übersetzungen haben oft den Witz und die Idiomatik nicht rübergebracht," bedauert sie ein wenig und vermutet, dass dies der Grund sei, dass ihre Sitznachbarn eher verhalten reagiert hätten.

Deutsches Filmfestival nicht entgehen lassen

Wie ihr der Film "Soul Kitchen" gefallen hat? Filmfestival Besucherin Rosemary Rowlings lässt nicht lange mit ihrer Antwort warten. "Great! Es war ein Liebe zum Deutschen Film: Rosemary Rowlings (rechts) und  Freundin Silkesehr lustiger Film," sagt die Telstra-Projektmanagerin (rechts im Bild mit Freundin Silke) begeistert. Sie studiert übrigens in ihrer Freizeit Deutsch an der University of New South Wales und interpretiert Stücke von Berthold Brecht rein zum Spaß.

Klar, dass Rosemary, die seit ihrem ersten Kontakt mit Deutsch vor über 30 Jahren in der Schule deutsche Kultur, Land und Leute liebt, sich das Deutsche Filmfestival in Melbourne nicht entgehen lässt. Als nächsten Film steht bei ihr Feo Aladags Film "Die Fremde" auf der Festival-Wunschliste, eine Geschichte über eine Deutsch-Türkin, die hin und her gerissen ist zwischen zwei Kulturen.

 

Wai Yven Lee sieht 23 der 32 Filme

Filmfestival-Besucher Wai Yven Lee, geboren in Malaysia, ist eingeschworener Kinofan. Etwa jeden zweiten Tag ist er in einem der Filmtheater Melbournes anzutreffen. Sei es das spanische, das französische, das italienische oder wie jetzt das deutsche Filmfestival, Lee ist dabei. Von den 32 Filmen, die während des Audi Festival of German Films 2010 gezeigt werden, wird er sich sage und schreibe 23 anschauen. Dabei findet er es klasse, dass diesmal mehr Komödien als ernste Filme dabei sind. In "Soul Kitchen" haben ihm übrigens "the music, the food, the actors" wirklich gut gefallen. "And I like Fatih Akin. I have seen a lot of his films."

Das trifft auch auf Kathleen Wächter zu, die als Cultural Officer des Goethe-Institut an der Organisation des Festivals beteiligt ist. Der in Deutschland geborene Filmregisseur mit türkischen Eltern hat bei ihr eine Faszination für Istanbul geweckt und die Stadt ganz oben auf ihre Liste mit Reisezielen rücken lassen. "Soul Kitchen" ist einer ihrer Lieblingsfilme, und wie Rosemary Rowlings freut auch sie sich nun auf den Film "Die Fremde".

Über Fresenius zum Festival10_GermFilmON_07

"I loved it! Soul Kitchen was very funny!" meint auch Maria Safe. Im Gegensatz zu Wai Yven Lee ist dies ihr erstes Filmfestival. Maria arbeitet für Eastern Health, einem Kunden des deutschen Unternehmens Fresenius. Fresenius, einem der Sponsoren des Filmfestivals, verdankt Maria es auch, dass sie das Festival besucht. "Yes," gibt sie zu, sie habe gemeint, dass einige Deutsche ein wenig steif sind. Umso überraschter sei sie über "Soul Kitchen" und seine amüsanten Szenen gewesen. "Germans do have a sense of humor," bestätigt sie der Nation der Dichter und Denker lachend. Sie werde auf alle Fälle den Besuch des Deutschen Filmfestivals empfehlen und wieder kommen, meint Maria überzeugt und gut gelaunt.

Gut gelaunt: Peter Krausz und Eva Schulz, Leiterin des Goethe Instituts Melbourne

Gut gelaunt zeigt sHat viele deutsche Lieblingsfilme: Eva Schulz, Leiterin des  Goethe Instituts Melbourneich auch Filmkritiker Peter Krausz, einer der Initiatoren des Deutschen Filmfestivals und regelmäßig beteiligt an der Auswahl der Filme. Dadurch hat er jeden der Filme bereits gesehen, "Soul Kitchen" sogar schon zum dritten Mal. "I love the funny bits," sagt er. Welcher Film sein Lieblingsfilm während des Festivals ist, will er jedoch nicht preisgeben. "Von Berufs wegen" muss er einfach alle gut finden, lacht er.

"Ich habe viele Lieblingsfilme", meint diplomatisch auch Eva Schulz, Leiterin des Goethe-Instituts Melbourne, lachend, lässt sich jedoch dazu hinreißen, zu sagen: "Ich freue mich auf "John Rabe" und "Das Weiße Band".

Junges Multikulti-Deutschland

Florian Dehne, Vorsitzender der Deutschen Schule Melbourne, lobt wie zahlreiche andere denFlorian Dehne: Freut sich auf den Film Aimee und Jaguar Eröffnungsfilm "Soul Kitchen", der zudem in seiner Heimatstadt Hamburg spielt. Er begrüßt, dass Akins Film ein junges Multikulti-Deutschland zeigt.

Florian Dehne wird sich mit seiner Frau Abby noch "Aimée und Jaguar" anschauen, einer der wenigen Festivalfilme, die bereits ein paar Jahre älter sind. Thematisiert wird eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft im Berlin des Zweiten Weltkriegs. "Wir haben den Film schon einmal in Deutschland gesehen und sehr schöne Erinnerungen daran." Grund genug, ihn ein zweites Mal zu sehen!

Das Deutsche in Melbourne Team wünscht allen Kinogängern viel Vergnügen beim diesjährigen Deutschen Filmfestival und ist bei dem ausgezeichneten Programm sicherlich bei zahlreichen Filmen im Publikum dabei.