|
Küche, Kirche, Berlin - diesen, recht kontrastreichen Themen hat sich das neunte Deutsche Filmfestival, das derzeit in Melbourne gefeiert wird, angenommen. Nachdem Deutsche in Melbourne bereits zwölf der insgesamt 32 Filme, die bis Sonntag, 2. May, entweder im Cinema Como in South Yarra oder im Kino Cinema in der Collins Street im CBD zu sehen sind, vorgestellt hat, lesen hier welche Highlights Sie noch erwarten.
Mit dabei sind übrigens auch drei Kinderfilme und ein echter Sönke Wortmann Klassiker! Nicht versäumen!
Schwerkraft - Gravity
Auch in diesem Jahr wieder dabei ist Schauspieler Jürgen Vogel. Diesmal zwar nicht in Person, doch auf der Leinwand. Regisseur Maximilian Erlenwein konnte ihn ebenso wie Schauspieler Kollegen Fabian Hinrichs für das 2009 gedrehte Drama "Schwerkraft" gewinnen.
Und das ist wirklich "schwerer Stoff": Die sauber-sterile, penible geordnete Welt des Bankangestellten Frederik wird gewaltig aus der Flugbahn geworfen, als sich ein Kunde vor seinen Augen erschießt, nachdem er ihm einen Kredit kündigen muß, den er ihm selbst gewährt hat. Fredriks Leben wird zur Achterbahnfahrt, auf die er sich gemeinsam mit dem Ex-Knacki Vince (Jürgen Vogel) begibt, und auf der er seiner eigenen Gewalt freien Lauf läßt. Das Resultat: Ein psychologischer Thriller, der nichts für schwache Nerven ist.
Das Cinema Como zeigt "Schwerkraft" am Dienstag, 27. April, um 18.30 Uhr und Sonntag, 2. May, um 13.45 Uhr. Im Kino Cinema ist er am Montag, 26. April, um 13.30 Uhr zu sehen.
John Rabe
Seine Geschichte ist nicht sehr bekannt. John Rabe war mehr als 30 Jahre der Leiter der Siemens-Niederlassung in der ehemaligen chinesischen Hauptstadt Nanjing und hat dort während der japanischen Invasion 1937-1938 mehr als 200,000 seiner chinesischen Arbeiter und deren Familien das Leben gerettet.
Regisseur Florian Gallenberger hat sich seiner Geschichte angenommen und sie mit hochkarätigen Schauspielern wie Ulrick Tukur und Daniel Brühl verfilmt. Wer sich in der Filmwelt auskennt, weiß, dass Florian Gallenberger 2001 einen Oskar für den Abschlußfilm seines Münchner Filmstudiums gewonnen hat. Sehenswert!
Zu sehen ist "John Rabe" im Cinema Como am Dienstag, 27. April, um 20.45 Uhr und im Kino Cinema am Mittwoch, 28. April, 21 Uhr.
Berlin 36
Die Wahrheit ist manchmal skurriler als die Lüge, was Kaspar Heidelbachs Film "Berlin 36" demonstriert. Im Mittelpunkt stehen zwei deutsche Athleten, die darauf vorbereitet werden, 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teilzunehmen. Die Crux der Nazis: Die Hochspringerin ist Jüdin, der junge Mann mit dem sie trainiert wuchs als Frau auf. Was ist ihnen wichtiger, der Sieg oder die politsche Überzeugung? Werden die Sportler an den Spielen teilnehmen oder einem ganz anderen Schicksal erliegen?
Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und ist am Mittwoch, 28. April, im Cinema Como um 18.45 Uhr zu sehen sowie am Donnerstag, 29. April, 20.30 Uhr im Kino Cinema.
Mein Kampf
Hitlers Machenschaften sind auch Thema des Films "Mein Kampf". Der Film des Schweizers Urs Odermatt zeigt einen jungen Hitler, der sich aus seinem provinziellen Heimatdorf in Österreich zur Kunstakademie in Wien aufmacht. Als diese ihn ablehnt, will er seinem Leben ein Ende machen. Ironischerweise rät ihm gerade sein Zimmergenosse, der jüdische Buchhändler Shlomo Herzl, es mit der Politik zu versuchen. Mit von der Partie sind unter anderem die Schauspieler Götz George und Tom Schilling.
Wann und wo? Cinema Como Mittwoch, 28. April, um 21 Uhr, Kino Cinema Freitag, 23. April, 20.45 Uhr.
Die Vorstadkrokodile 1 und 2 - The Crocodiles and The Crocodiles Strike Back
Wer kennt sie nicht? Die Vorstadtkrokodile, die Clique der 10 bis 14jährigen Jungs und Mädchen, die gemeinsam ein Abenteuer nach dem anderen bestehen. Im ersten Film lernen sie, dass Kids die im Rollstuhl sitzen nicht anders als andere sind. In der Fortsetzung ergründen sie, warum plötzlich so viele Arbeiter in der Fabrik, in der ihre Eltern angestellt sind, entlassen werden müssen. Ein Klassiker, verfilmt in den Jahren 2009 und 2010 von Christian Ditter und sicherlich eine Alternative zu den allseits beliebten "Wilden Kerlen".
Zu sehen sind die beiden Filme im Cinema Como am Donnerstag, 29. April, Teil 1 um 12 Uhr, Teil 2 um 14 Uhr.
Zarte Parasiten
Sie bezeichnen sich als menschliche Dienstleister - das Liebespaar Manu und Jakob geben anderen Menschen, was sie brauchen oder was ihnen fehlt, und lassen sich dafür bezahlen. Jakob, beispielsweise ersetzt einem Ehepaar deren verstorbenen Sohn, so lange und so intensive, dass Manu, die ihn fast nicht mehr erreichen kann, ihn besucht, um ihn wieder für sich zu gewinnen. Wie wird Jakob sich entscheiden?
Christan Becker und Oliver Schwabe haben einen nachdenklich, ungewöhnlichen Film gedreht, der noch lange nach dem Anschauen zu Diskussionen führen wird.
Gezeigt wird er im Como Cinema am Donnerstag, 29. April, um 18.45 Uhr und am Freitag, 30. April, im Kino Cinema um 21 Uhr.
Die Fremde - When We Leave
Hin- und hergerissen zwischen zwei Kulturen findet sich in Feo Aladags Film "Die Fremde" die in Deutschland geborene Türkin Umay. Von ihrer Familie in die Türkei verheiratet, flieht sie zurück zu ihrer Familie mit ihrem kleinen Sohn Cem. Doch bei aller Liebe zu ihrer Tochter entschließt sich die Familie aufgrund ihrer Werte und Traditionen Cem zurück zu seinem Vater in die Türkei zu senden. Umay muß noch einmal umziehen, um für sie und ihren Sohn ein neues Leben aufzubauen, obwohl sie die Liebe zu ihrer Familie nahe auffrisst.
Wer das 2009 gedrehte Drama sehen möchte, sollte sich Donnerstag, 29. April, notieren. Dann wird es um 21 Uhr im Como Cinema gezeigt. Am Mittwoch, 28. April, läuft es im Kino Cinema um 18.30 Uhr, sowie am Samstag, 1. Mai, um 21 Uhr.
Was Du nicht siehst - What you don't see

Komplizierte Beziehungen stehen im Mittelpunkt des Psycho Thrillers von Wolfgang Fischer mit dem vielsagenden Titel "Was Du nicht siehst". Der 17jährige Anton verbringt seine Ferien mit seiner Mutter Luzia und dessen Freund Paul. Luzia verspricht sich von ihrem Urlaub einen Neubeginn ihres Lebens mit Paul und sich gleichzeitig Anton anzunähern, der ebenfalls neue Bekanntschaften macht.
Der Film der vergangenes Jahr in deutschen Kinos anlief zeigt das Como Cineam am Freitag, 30. April, um 18.30 Uhr. Eine Woche zuvor, am Freitag, 23. April, ist er im Kino Cinema um 18.30 Uhr zu sehen.
Die Wölfe - The Wolves of Berlin
"Die Wölfe" des Filmemachers Friedemann Fromm basieren auf der Idee eine Clique von Teenagern, die sich Ende des Zweiten Weltkriegs zusammenfinden, auf ihrem Lebensweg über 50 Jahre hinweg zu begleiten. Gezeigt werden die Freunde in ihrer Heimatstadt Berlin in den ereignisreichen Jahren 1948, 1961 und 1989. Was sind ihre Hoffnungen? Ihre Träume? Ihre Kämpfe?
Der preisgekrönte Film - unter anderem ist er beim Filmfest Monte Carlo und den International Emmy Awards ausgezeichnet worden - flimmert am Samstag, 1. Mai, im Como Cinema über die Leinwand.
Die Standesbeamtin - Will you Marry us?
Lust auf eine Kömodie? Dann nichts wie hin ins Kino und Micha Lewinskys Film "Die Standesbeamtin" anschauen. Lewinsky, geboren in der Herkules-Stadt Kassel und aufgewachsen in der Schweiz, läßt seine Hauptperson, gespielt von Marie Leuenberger, arg ins Rutschen geraten als ihr alter Schulfreund in ihrem kleinen beschaulichen schweizer Städtchen auftaucht. Verzwickte Mißverständnisse, amüsante Verwechslungen und unglaubliche Szenarien sind die Folge in dem mehrfach preisgekrönten Film.
Zu sehen ist "Die Standesbeamtin" im Como Cinema am Samstag, 1. Mai, um 19 Uhr, und im Kino Cinema am Sonntag, 2. Mai, um 16.15 Uhr.
Männerherzen - Men in the City
Der englische Titel erinnert an die amerikanische Kultserie "Sex in the City" und das kommt eventuell nicht von ungefähr. Til Schweiger spielt einen der fünf Freunde, die sich einem Fitness Zentrum kennenlernen und damit auseinandersetzen müssen, was es heißt, in einer Beziehung zu sein und sich auf einzig eine Person zu konzentrieren.
Gezeigt wird die romantische Kömodie, die garantier für gute Laune sorgt, im Como Cinema am Samstag, 1. Mai, um 21 Uhr, sowie am Dienstag, 27. April, um 20.30 Uhr und am Sonntag, 2. Mai, um 21 Uhr im Kino.
Der Schatz der weißen Falken - The treasure of the White Falcons
Neben den "Vorstadtskrokodilen" gibt es noch einen weitern Film für Kinder während des Deutschen Filmfestivals 2010 in Melbourne: "Der Schatz der weißen Falken", der von keinem geringeren als Sönke Wortmann 2005 produziert wurde. Spannend und natürlich mit etlichen Abenteur geht es zu in der Geschichte, die in 1981 einer fränkischen Kleinstadt spielt.
Die Sommerferien stehen an und auch der Abschied von einem guten Freund. Der elfjährige Jan wird mit seinen Eltern nach Düsseldorf ziehen, seine besten Freunde bleiben zurück. Doch bevor das passiert müssen die drei noch einen verborgenen Schatz finden.
Das Kino zeigt den Film am Freitag, 23. April, um 11 Uhr.
Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul
Was wäre ein Filmfest ohne einen Dokumentarfilm? Der des Deutschen Filmfestivals kommt in Form von "Crossing the Bridge"von Fathi Akin, der mit insgesamt drei Beiträgen in Melbourne vertreten ist. Der gebürtige Hamburger kehrt zurück zu seinen türkischen Wurzeln und fängt mit gemeinsam mit dem deutschen Musiker Alexander Hacke Bilder und Musik Istanbuls ein, die nur einem Insider vor die Kamera und Mikrofon geraten.
Das Kino Cinema zeigt Akins Film am Samstag, 24. April, um 14 Uhr, und Donnerstag, 29. April, um 18.30 Uhr.
Kurz und Schmerzlos - Short Sharp Shock
Noch einmal Fathi Akin. Diesmal stehen drei Männer aus unterschiedlichen Kulturen im Mittelpunkt, deren Wege sich in Hamburg kreuzen und sich nicht immer auf legalem Gebiet befinden. Akin zeigt die Welt aus der Perspektive eines Türken, Serben und Griechen.
"Kurz und Schwerzlos" wird im Kino Cinema am Samstag, 24. April, um 16 Uhr gezeigt.
Kebab Connection
Was ist, wenn ein deutsch-türkischer Filmemacher davon träumt, den ersten deutschen Kung Fu Film zu drehen, während er in dem Kebab Imbiß seines Onkels arbeitet, der sich mit seinem griechischen Restaurant-Konkurrenten heiße Kämpfe liefert? Eine köstliche Kömödie, an der auch Fathi Akin beteiligt war.
Anno Sauls Film ist im Kino Cinema zu sehen, am Sonntag, 25. April, um 12.30 Uhr, sowie am Donnerstag, 29. April, um 10 Uhr.
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
"Die Päpstin" ist nicht der einzige Film, der sich dem Thema Religion widmet. Auch die renommierte Filmemacherin Margarethe von Trotta hat sich eine bedeutende Frauengestalt gesucht und sie zum Mittelpunkt ihres neuesten Films gemacht: Hildegard von Bingen. Mit Barbara Sukowa und Hannah Herzsprung! Großartiges Kinovergnügen!
"Vision" wird läuft am Freitag, 30. April, um 18.30 Uhr im Kino Cinema.
Der bewegte Mann - Maybe, Maybe Not
Er war einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres 1994: Sönke Wortmann Films "Der bewegte Mann". Jetzt ist er wieder zu sehen, hier in Melbourne. Mit Til Schweige und Katja Riemann.
Das Kino Cinema zeigt den Klassiker am Sonntag, 25. April, um 20.30 Uhr und am Sonntag, 2. Mai, um 14.15 Uhr.
|