Melbourne Museum brummt bald: Neue Top-Winter-Ausstellung startet

Mona Peters bereitet die Melbourner Ausstellung Bugs Lab vor

Eine knapp zwei Meter hohe pinkfarbene Heuschrecke, eine gigangtische schwarz-rote Katipo-Spinne sowie diverse überdimensionale Honigbienen werden bald zu Melbournes Straßenbild gehören. Wie kommt's? Melbourne Museum wirbt mit ihnen für die neue, einzigartige Ausstellung "Bugs Lab: Little Bugs, Super Power", die im Juni eröffnet. Deutsche in Melbourne bekam eine Sneak Preview!

Melbourne Museum: Von Dinosauriern zu Insekten

Das Melbourne Museum setzt auf Extreme. In der letztjährigen, erfolgreichen Winterausstellung "Jurassic Park: The Exhibition" standen mit Dinosauriern die einst größten Lebewesen der Welt auf demLynley Marshall, CEO Museums Victoria, kündigte in einer Pressekonferenz die neue Melbourne Ausstellung, die auch für Deutsche in Melbourne interessant ist, an Programm. In der diesjährigen Winterausstellung rückt das Museum einige der Kleinsten ins Rampenlicht: die Insekt. Am Samstag, 23. Juni, wird die Ausstellung "Bug Lab: Little Bugs, Super Powers" im Melbourner Museum eröffnen. Das gab heute Lynley Marshall, CEO Museums Victoria, bekannt. Und - soviel kann schon jetzt verraten werden - Melbourner sowie ihre Gäste erwartet etwas ganz Besonderes: das Eintauchen in die Welt der winzigen Krabbeltiere, die über schier übermenschliche Fähigkeiten verfügen, wie man es noch nie gesehen und vor allem mit allen Sinnen erlebt hat.

Gigantische Insekten, wie hier die Katipo Spinne, werben schon jetzt in Melbourne für die neue Bug Lab Ausstellung im Melbourner Museum

Möglich macht dies eine kreative Kooperation zwischen dem Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa in Wellington, in dem die Ausstellung bis vor wenigen Tagen gezeigt wurde, und Weta Workshop. Noch nie von Weta Workshop in Welligton gehört? Dafür aber sicherlich von den Blockbuster-Filmen "The Lord of the Rings", der "Hobbit"-Triologie, "King Kong", "Avatar" und "District 9". Das Team von Weta Workshop war es, das die Bilder, Kostüme und Effekte ersann und in Szene setzte. Und zwar so berauschend gut, dass es Hollywood dafür mit sage und schreibe fünf Oscars auszeichnete.

Von Wellington nach Melbourne in die ganze Welt

Bereits 2012 hatte Te Papa mit Weta Workshop zusammengearbeitet, um die erfolgreiche Ausstellung "Gallipoli: The scale of our war" zu kreieren. Als das neuseeländische Museum, das pro Jahr 1,5 Richard Taylor, Gründer von Weta Workshop, der schon 5 Male einen Oscar gewonnen hat, bei der Arbeit für die neue Ausstellung des Melbourne MuseumsMillonen Besucher in einem Land mit lediglich 4 Millionen Einwohnern anzieht, auf der Suche war, nach einem Team, das eine Wanderausstellung entwerfen konnte, die sich mit dem Thema Insekten beschäftigt und die ganze Welt in Erstaunen versetzen sollte, wandte sich Te Papa noch einmal an Weta Workshop.

Richard Taylor, Gründer von Weta Workshop, war auf Anhieb von der Aufgabenstellung faszinierte, obwohl sein Metier im Grunde genommen der Film ist: "I love the immediacy of the work. The fact that it is in a physical space and not being viewed on a 2D flat picture plane," erklärt er. "By utilising touch, sound and vision you have the ability to connect with people´s emotions and share extraordinary stories with them told in a highly emotional or dynamic way."

Insekten inspirieren modernste Technologie

Ben Barraud mit Mona Peters vom Te Papa Museum in Neuseeland in Melbourne

Extraordinär sind die Geschichten, die Besucher und Besucherinnen erzählt werden, übrigens in der Tat. In der neuen Ausstellung des Melbourner Museums "Bug Lab" geht es darum, das Genie der Mini-Lebewesen zu zeigen, die im Laufe von Millionen von Jahren Superpowers entwickelt haben. Zu ihnen gehören unter anderem perfekte Tarnung, höchste Kontrolle des Bewußtseins, eine überdurchschnittliche hohe Form der Kommunikation, Superspeed, intelligente Zusammenarbeit und vieles mehr. Das alles, so wollen es die Kreatoren von "Bug Lab" zeigen, seien Fähigkeiten, die der Menschheit als Inspiration für neueste Spitzentechnologie dienen, wie etwa Flug-Dronen, Nanotechnologie, innovative Methoden in der Medizin oder 3D gedruckte Objekte, die aus Seide erstellt werden.

Ben Barraud (im Foto mit Mona Peters), Head of Design des Te Papa Museums, erklärt, dass um bei den Besuchern den ultimativen "Wow-Faktor" zu generieren, die ursprüngliche Idee, "Bugs" als "Superheroes" zu zeigen, verworfen wurden. Auch wurde die Anzahl von 16 Insekten, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen sollten, auf sechs reduziert. So konnten sechs Zonen geschaffen werden, die den Besucher auf sechs unterschiedliche Aspekte aufmerksam machen.

Melbourne Museum featurt sechs besondere Insekten

Die sechs Insekten sind:

  • Die Orchid Mantis in der sogenannten Display Zone
  • Die Dragon Fly in der Flight Zone
  • Die Jewel Wasp in der Venom Zone
  • Die Japanese Honeybees in der Swarm Zone sowie 
  • Der Bombardier Beetle in der Exoskelton Zone sowie
  • Di Katipo Spider in der Silk Zone

Um die faszinierenden Geheimnisse der Insekten zu entdecken, sind diese in höchst komplizierten Verfahren und mit Einsatz von 3D Druckern in ultra-detaillierte, überdimensionale Modelle umgewandeltHaarig sind die Japanese Bienen, die für die Ausstellung Bug Lab überdimensional dargestellt wurden worden. Richard Taylor: "With respect to the bees, we first sourced the correct specimen of bee and I believe this was sent from Japan. We then dissected it, shaved it including shaving the eyeballs as bees have furry eyes and then we photogrammetried each segment. This gave us an extremely accurate 3D model of the bee specimen that we could use for the foundation of our 3D modelling."

Haarige Sache: Bienen authentisch nachbilden

Bei der Herstellung der Ausstelungsstücke für die neue Ausstellung des Melbourner Museums

Doch damit waren die Bienen noch lange nicht naturgetreu nachgebildet. Mona Peters, Project Supervisor, erinnert sich an die unsäglich mühseelige Aufgabe, die Bienenmodelle mit Haaren zu versehen, um deren Authenzität zu garantieren. Schwierigkeit Nummer 1: Welche Haare sind am geeignesten? Pferde oder Menschenhaare? "In the end we used hog hair," verrät sie und fügt hinzu, dass jedes einzelne der insgesamt 50.000 Haare manuell in die Modelle gesetzt werden musste.

Weder Ben Barraud noch Mona Peters hätten gewußt, dass Bienen so haarig sind, lachen sie. Geschweige denn, dass es Japanese Honeybees gelingt, ihren Todfeind, die Japanes Hornet, regelrecht zu kochen, sollten sie attackieren. Das gesamte Bienenvolk umschließt als Ball den Feind und erzeugt so in ihm eine Temperatur von exakt 47 Grad Celsius, in der die Japanese Hornet stirbt. Die Kunst der Bienen ist es dabei, diese Temperatur zu halten. Nur ein Grad mehr und sie selbst würden sterben.

Mona Peters: Exhibition is great for kids

"You take them for granted," sagt Ben Barraud. Aber welche Anstrengungen und faszinierende Fähigkeiten ihnen das Überleben garantieren, davon wüßte man nichts. "The best part for me is to see Eine knapp zwei Meter große Heuschrecke wird ab jetzt in den Straßen von Melbournes zu sehen sein, um für die neue Winterausstellung Bug Lab zu werbenpeople´s reaction. Hearing them say "Oh my god, this is fantastic. I did not know that," meint der Neuseeländer. Mona Peters stimmt ihm zu und meint: "This exhibition is great for kids. It will get them away from their computer and out in nature."

Wer noch weitere faszinierende Fakten lernen und die Welt der Insekten, erleben will, so wie Insekten sie wahrnehmen und zeigen würden, der kann ab heute Tickets buchen für die Ausstellung "Bug Lab: Little Bugs, Super Powers", die von Samstag, 23. Juni, bis Sonntag, 15. Oktober, im Melbourne Museum, 11 Nicholson Street, Carlton, zu sehen ist.

Text und Fotos: Claudia Loeber-Raab,  , Fotos 1, 4, 6: Courtesy of Melbourne Museum